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Naturpark Aukrug : Sorge um die Rauhhautfledermaus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bestandskontrolle bei den Fledermäusen im Naturpark Aukrug: Der Fledermaus-Beauftragte Matthias Göttsche besucht Mutter-Kind-Wohngemeinschaften.

Der Fransenfledermaus geht es gut, um die Rauhhautfledermaus muss man sich so langsam Sorgen machen, und die große Bartfledermaus bleibt die gefährdetste Unterart: Das ist die Bilanz der aktuellen Bestandskontrolle von Matthias Göttsche in Waldhütten.

Göttsche ist der Fledermaus-Beauftragte des Landes Schleswig-Holstein und als solcher auch für die Überwachung (Fachbegriff: das Monitoring) der Bestände im Naturpark Aukrug zuständig. „Aukrug ist mit seiner vielfältigen Waldstruktur relativ einmalig in Schleswig-Holstein“, stellt Göttsche fest, „allein schon wegen des Vorkommens der großen Bartfledermäuse hat Aukrug eine sehr hohe Bedeutung für unsere Fledermäuse.“

Neben der seltenen Bartfledermaus, die von ihrem Brutstandort in Tönsheide auch Abstecher in die Nachbarschaft macht, wurden in den vergangenen Jahren in Waldhütten acht weitere Unterarten nachgewiesen: Fransen-, Wasser-, Rauhhaut-, Breitflügel-, Mücken- und Zwergfledermaus sowie das braune Langohr und der große Abendsegler. „Weil die Fledermäuse so versteckt leben, sind Angaben zur absoluten Bestandszahl sehr schwierig“, erklärt Göttsche.

Der Fledermausexperte kontrolliert einmal im Jahr die künstlichen Bruthöhlen in Waldhütten: ein paar über 20 Jahre alte Exemplare und die 40 neueren Modelle, die er vor zehn Jahren zusammen mit Niklas Zander vom Naturschutzring Aukrug installiert hat und mit denen das Monitoring-Projekt in Waldhütten begann.

Der Kontrolltermin findet mit Rücksicht auf die Jungtiere, die Anfang bis Mitte Juni zur Welt kommen, immer frühestens Ende Juli oder Anfang August statt. „Wenn wir die Gruppen in der Säugephase stören, würden sich die Alttiere eventuell nicht wieder zurück trauen und ihre Jungtiere verlassen“, erläutert Göttsche, „darum nehmen wir auch in Kauf, dass wir die Gruppen eventuell nicht mehr vollständig antreffen.“ Fledermausmütter bilden Wohngemeinschaften, in denen sie gemeinsam ihre Sprösslinge großziehen. Genau so eine Mutter-Kind-Gruppe traf Göttsche bei seinem Rundgang an einem bei Fledermäusen besonders beliebten Standort an: in einem Waldstück zwischen den Waldhütten-Teichreihen, wo insgesamt sechs künstliche Fledermausbruthöhlen oder fledermaustaugliche Vogelnistkästen angebracht sind. Die Wohngruppe, die der Fledermausbeauftragte nur ganz kurz bei ihrer Tagruhe störte, bestand aus zwölf Fransenfledermäusen inklusive fünf Jungtieren.

„Die Fransenfledermaus ist auch die Art, die wir hier als erste nachgewiesen haben und die hier in Waldhütten besonders präsent ist“, vermerkte Göttsche, „die Fransenfledermaus kommt ganz gut zurecht; da sind die Bestände landesweit relativ stabil.“ Bis auf die Zwergfledermaus gelten alle in Waldhütten vorkommenden Unterarten in Schleswig-Holstein als gefährdet. Sorgen macht sich Göttsche um die Rauhhautfledermaus, die hier seit zwei Jahren nicht mehr nachgewiesen wurde: „Das ist eine Art, die von Windkraftanlagen stark betroffen ist, und der Rückgang hier bestätigt den Trend aus anderen Gebieten.“ Rauhhautfledermäsue konnte der Experte von der faunistisch-ökologischen Arbeitsgemeinschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wieder nicht in ihren Quartieren nachweisen. Ansonsten diagnostizierte Göttsche stagnierende Bestände: „Wenn ich die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lasse, so haben wir bei den Fledermäusen in Waldhütten eher ein identisches Niveau.“



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