Kanalgeflüster : Son Schiet

Avatar_shz von
16. März 2013, 09:01 Uhr

Zumindest in Husum scheint sich alles zum Guten zu wenden: Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe Iandus hat dort das Hertie-Haus gekauft. Nun muss man sagen, dass Husum in dieser Angelegenheit schon immer besser dran war als Rendsburg. Denn während das Gebäude hier am Altstädter Markt leer steht und langsam vor sich hin gammelt, herrschte an der Nordsee reges Treiben. Ein großes Modehaus war als Mieter eingezogen und hatte viele kleine Nebengeschäfte mitgebracht.

Äußerst interessant ist die Erklärung, warum sich die Düsseldorfer gegen Rendsburg entschieden haben. Der geschäftsführende Gesellschafter erklärte, dass viele der Sortimente, die für ein solches Haus in Frage kommen, in Rendsburg schon vorhanden sind. Beispielsweise in der Schiffbrücken Galerie. Da habe bereits eine Verschiebung weg vom Altstädter Markt stattgefunden.

Es sei also schwierig, die richtigen Mieter zu finden. Und außerdem sei die Gebäudesubstanz nicht ganz einfach.

Auch wenn der Düsseldorfer Geschäftsmann die Hohe Straße und den attraktiven Altstädter Markt lobt - das hört sich nicht gut an: Zu uns kommen Investoren, entscheiden sich aber dann für andere Städte. Gibt es etwa für Rendsburg erst reelle Chancen, wenn nichts anderes mehr zu haben ist?

Auch die Hoffnung auf eine Gesetzesänderung, die den Verkauf durch die Stadt nach 60 Monaten Leerstand erlauben soll, schwindet zusehends. Es setzt sich nämlich mehr und mehr die Einschätzung durch, dass eine solche Regelung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, weil sie in das Eigentumsrecht eingreift.

Dieses Thema wird uns leider weiter beschäftigen.

Das jährliche Schietsammeln gehört bei uns im Norden schon zur Tradition. Die Veranstaltung sorgt nicht nur für ein sauberes Dorf oder eine saubere Stadt, sondern stärkt auch die Gemeinschaft. Wer sich einmal zusammen die Hände dreckig gemacht und anschließend Erbsensuppe gegessen hat, begegnet sich anschließend mit einem ganz anderen Gefühl. Eigentlich war der heutige Tag für das Schietsammeln vorgesehen. Fast überall aber wurde der Termin wegen des Wetters abgesagt. In Rendsburg wollten auch die Kinder der Schule Nobiskrug mitmachen und zumindest auf dem Schulgelände für Sauberkeit sorgen. Dafür sollten die Lütten von einem Reinigungsunternehmen mit Schutzhandschuhen ausgestattet werden. Wurden sie auch - obwohl der Termin abgesagt ist. Sogar der Bürgermeister kam zur Übergabe.

Nun haben die Kinder Handschuhe, aber Schietsammeln findet nicht statt. So’n Schiet. Und jetzt? Vielleicht sollten sie die Handschuhe heute dennoch anziehen. Kalt genug ist es ja.

Jetzt haben wir es offiziell: Nicht nur zwischen Autobahn und Thormannplatz, sondern auch vom Tunnel bis in die Innenstadt gibt es die Grüne Welle. Grund: Die Stadt hat sich in den zentralen Verkehrsrechner des Landesbetriebs Straßenbau eingekauft. Jetzt sind die Ampeln so getaktet, dass Autofahrer ohne lästige Stehzeiten zügig durchfahren können. Jedenfalls theoretisch.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen