Sommerhitze befeuert Brand

Großeinsatz im Gewerbegebiet: Die Hohenwestedter Drehleiter (im Vordergrund), weitere 13 Feuerwehrfahrzeuge, rund 100 Feuerwehrleute sowie Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz.
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Großeinsatz im Gewerbegebiet: Die Hohenwestedter Drehleiter (im Vordergrund), weitere 13 Feuerwehrfahrzeuge, rund 100 Feuerwehrleute sowie Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz.

Flammen in der Maschinenhalle / Schwerstarbeit für 100 Rettungskräfte in Recyclingbetrieb / Vermutlich technischer Defekt

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25. Juli 2018, 16:21 Uhr

100 Feuerwehrleute aus vier Gemeinden waren gestern Nachmittag im Einsatz, um das Feuer bei einem Recyclingbetrieb im Hohenwestedter Gewerbegebiet zu bekämpfen. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten knapp 30 Atemschutzgeräteträger Schwerstarbeit zu leisten. Nach einer Dreiviertelstunde war der Brand unter Kontrolle. Weitere zwei Einsatzstunden waren erforderlich, um Glutnester an der Brandstelle fachgerecht abzulöschen.

„Als wir hier um 14.45 Uhr ankamen, war die Halle voll verqualmt“, schilderte Hohenwestedts Wehrführer Thorsten Müller die Situation, die sich den Einsatzkräften bot, als sie auf das Betriebsgelände der Firma „Pet-Flaschen-Recycling“ (PFR )Nord fuhren. Die Halle, in der ein Förderband und darauf befindliches Recyclingmaterial brannten, gehört zu einer der modernsten Recyclinganlagen für PET-Flaschen in Europa. Die Anlage der Mensing-Unternehmensgruppe wurde vor fünf Jahren eingeweiht und vom Land Schleswig-Holstein mit 935 000 Euro gefördert.

„Die Mitarbeiter hatten bereits versucht, den Brand mit Feuerlöschern zu bekämpfen, dies Unterfangen aber wegen der starken Rauchentwicklung aufgegeben“, berichtete Müller. Der Wehrführer hatte „Vollalarm“ auslösen lassen, das heißt: „Wir waren mit allem hier, was wir haben.“ Mit acht Fahrzeugen und 50 Mann rückte die Hohenwestedter Feuerwehr an. Zusätzlich habe er auch noch die Nachbarwehren aus Grauel, Tappendorf und Nindorf angefordert. „Das Einsatzbild hat sich für mich so dargestellt, dass wir jede Menge Atemschutz brauchten“, erklärte der Feuerwehrchef. Eine Einschätzung, die sich als genau richtig erweisen sollte. Die insgesamt fast 30 Atemschutzgeräteträger, auf die Müller als Einsatzleiter zurückgreifen konnte, waren auch nötig, um den Brand erfolgreich zu bekämpfen. Auch das Hubrettungsfahrzeug der Hohenwestedter war einmal mehr Gold wert. Mit der Drehleiter konnten Kameraden auf das Hallendach befördert werden, um für den Rauchabzug mit Multicut-Kettensägen Löcher ins Dach zu schneiden. So konnte das Feuer innerhalb von 45 Minuten unter Kontrolle gebracht werden. „Wir waren gerade rechtzeitig hier, um zu verhindern, dass sich das Feuer über das Förderband auf die benachbarte Betriebshalle ausbreiten konnte“, stellte Müller fest. Neben der rechtzeitigen Alarmierung hätten auch die Ortskenntnisse der Feuerwehrleute zum Erfolg des Einsatzes beigetragen. Rund zehn Mal waren die Hohenwestedter Kameraden schon zu Übungszwecken auf dem Betriebsgelände der PFR Nord zu Gast.

„Stand jetzt ist, dass wir das Feuer als technischen Defekt einstufen“, erklärte Bastian Kleinwort von der Polizeizentralstation Hohenwestedt. „Die momentane Hitze hat die Brandentwicklung begünstigt“, ergänzte Kleinworts Kollege Guido Rodwald, „wir können froh sein, dass es so glimpflich abgegangen ist.“ Was Einsatzleiter Müller genauso sah: „Wir haben insgesamt echt Schwein gehabt!“

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