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Landeszeitung

25. September 2017 | 16:56 Uhr

Nortorf : Soll das Sorgenkind verkauft werden?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Nortorfer Politik will in der Sache der ehemaligen Hugo-Syring-Schule schnellstmöglich entscheiden, denn Schimmel und Feuchtigkeit machen dem Haus zu schaffen.

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 18:34 Uhr

Trostlose Klassenräume, veraltetes Restinventar und der Putz fällt von den Wänden und Decken: Die Hugo-Syring-Schule hat ihre besten Tage hinter sich. Doch das Gebäude versprüht auch einen besonderen Charme. Wie es mit der „alten Dame“ weitergehen soll, beschäftigt derzeit die Nortorfer Politiker. Die Frage sei dabei ganz einfach, sagt Willi Gronewald: „Wollen wir das Gebäude nun behalten oder wollen wir es verkaufen?“ Die SPD hat dazu einen Antrag gestellt, um eine Grundsatzentscheidung über die weitere Nutzung fällen zu können. „Es darf nicht noch mehr Zeit vergehen“, so der Fraktionsvorsitzende.

Das Gebäude steht seit dem Auszug des Förderzentrums vor drei Jahren leer. Entlang des Schornsteins hat sich der Putz gelöst, Teile der Decke fallen herunter, die Treppen sind mit Staub und Steinen bedeckt, die Wände sind großflächig feucht und schimmelig. „Die Ursachenforschung läuft noch“, betont Hans-Eggert Rohwer vom Amt. Energie sei immer ein sensibles und schwieriges Thema, „aber das gehört zur Bauunterhaltung nun mal dazu“, so der Beamte.

Nachdem das Städtebauförderungsprogramm vergangenes Jahr abgeschlossen worden ist und das geplante Kulturzentrum Nortorf (kurz „KuNo“) wegen zu hoher Kosten nicht entstehen konnte, wurde das Thema „Hugo-Syring-Schule“ nicht weiter öffentlich thematisiert. Die SPD möchte nun mit dem gestellten Antrag eine Entscheidung schnellstmöglich herbeiführen.

Die Fraktion um Willi Gronewald hat sich bereits entschieden. „Wir würden das Gebäude gern behalten und für Vereine und Verbände umbauen. Es sei denn, die Kosten für einen Umbau sind zu hoch. Da muss man abwägen.“ Die SPD hat bereits einen Plan entwickelt, wer in dem Gebäude unterkommen soll.

Die FDP hat bereits in vorangegangenen Diskussionen ihre Position deutlich gemacht und hält an dieser auch weiter fest: „Wir sehen derzeit keine sinnvolle Nutzung für das Gebäude, zudem kann die Stadt das Geld aus dem Verkauf gut gebrauchen“, so Fraktionsvorsitzender Holger Krüger.

Angelika Bretschneider (Bündnis ’90/ Die Grünen) sagt: „Grundsätzlich würden wir die Hugo-Syring-Schule mit minimalem Aufwand der breiten Bevölkerung gern zur Verfügung stellen.“ Denn ein Gebäude, in dem sich Vereine und Verbände präsentieren und Räumlichkeiten vielfältig genutzt werden könnten, fehle derzeit in Nortorf. Allerdings räumte die Vorsitzende des Finanzausschusses ein, dass die Entscheidung primär eine Kostenfrage sei. „Wir müssen zunächst genauestens prüfen, wie hoch der Aufwand wäre.“

Die CDU-Fraktion um Horst Krebs zeigte sich anders als die anderen Parteien wortkarg: „Zu dem Thema möchte ich nichts sagen“, so der Bürgermeister. Das Gebäude scheint einen sensiblen Nerv bei den Stadtverordneten zu treffen. „Ich habe das Gefühl, bislang hat sich niemand so richtig getraut,“ bedauert Gronewald. Der SPD-Antrag wird erstmals in der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt am Montag, 14. April, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses behandelt. Sollte abgestimmt werden, geht jedoch lediglich eine Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung. „Die Entscheidung, ob wir das Gebäude behalten oder verkaufen, wird in der Stadtverordnetenversammlung getroffen“, erklärt Krebs.

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