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Tipps für tierischen Jahreswechsel : So überstehen Bello und Co. Silvester

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jevenstedter lernen an der Volkshochschule, wie ängstliche Hunde den Jahreswechsel meistern. Die eigentliche Arbeit beginnt allerdings erst im neuen Jahr.

Während sich viele Menschen darauf freuen, das neue Jahr lautstark und bunt mit Böllern und Raketen zu begrüßen, birgt Silvester für die meisten Hunde puren Stress. Doch ist der Vierbeiner ein Nervenbündel, hat auch der Mensch nicht viel Spaß. Die Volkshochschule Jevenstedt hat deshalb einen Kursus zum Thema „Wenn Ihr Hund Angst vor Silvesterkrach hat“ angeboten. Referent Marc Lindhorst hat sich bei dem aus dem Fernsehen bekannten Hundeprofi Martin Rütter zum D.O.G.S.-Coach ausbilden lassen.

Allzu optimistische Kursteilnehmer musste Lindhorst gleich zu Beginn zügeln: „Was Sie heute lernen, kann die bestehende Angst nicht verändern, aber den Stress etwas mildern.“ Mit der eigentlichen Arbeit sollten die Hundehalter nach Silvester beginnen, um ein Jahr Zeit zu haben, an den Problemen ihrer Tiere zu arbeiten. Bevor er praktische Tipps gab, diesen Jahreswechsel möglichst angenehm zu gestalten, erläuterte der Fachmann zunächst, wie man Angst beim Hund zweifelsfrei erkennen kann. Dazu gehören in jedem Fall die zwischen den Hinterläufen eingeklemmte Rute sowie erweiterte Pupillen. In der Regel kommen weitere Anzeichen wie angelegte Ohren, ein Rundrücken und eine erhöhte Atemfrequenz hinzu.

Da die Tiere die plötzlichen, ungewohnten Geschehnisse nicht einordnen können, sollte man ängstliche oder junge Hunde, die ihr erstes Silvester erleben, auf keinen Fall allein lassen. Das Feuerwerk wirkt mit ohrenbetäubenden Knallern, blitzenden Lichteffekten und beißendem Schwefelgeruch auf alle Sinne und versetzt viele Tiere in Panik – der Mensch kann durch seine Anwesenheit Sicherheit vermitteln. Allerdings gilt: So sehr Herrchen oder Frauchen auch mit dem Hund leiden – man sollte tunlichst vermeiden ihn zu trösten. Der Hund kann sich sonst in seiner Angst bestätigt fühlen, was die Nervosität unter Umständen weiter steigert.

Um die zuckenden Lichtreflexe möglichst vom Hund fernzuhalten gilt es, am Abend alle Fenster, Rollläden und Vorhänge zu schließen. Die ungewohnten Geräusche lassen sich durch den Fernseher oder eingeschaltete Musik etwas dämpfen. „Aber auch diese Geräusche sollten natürlich nicht zu laut für die empfindlichen Hundeohren sein“, warnte Marc Lindhorst.

Um dem Hund einen möglichst entspannten Spaziergang zu ermöglichen, empfiehlt der Hundeexperte für die große Runde den frühen Morgen. „Dann besteht die Möglichkeit, dass die knallfreudigen Menschen noch nicht unterwegs sind“, so Lindhorst. Auf keinen Fall sollte man in Begleitung eines ängstlichen Hundes oder einem Vierbeiner mit bekannter Knallangst spazieren gehen. „Die Angst des anderen Hundes kann Ihren verunsichern und die Entstehung einer Knallangst unterstützen“, erklärte der Hundetrainer. Generell gelte für die Gassirunden an diesem Tag: Man sollte den Hund nicht zu Spaziergängen zwingen und nur so viel nach draußen gehen wie unbedingt notwendig ist. Außerdem sollte man das Tier sicherheitshalber angeleint lassen. „Der Hund könnte in Panik weglaufen und sich und andere gefährden“, so Lindhorst.

Ist auch die Gassirunde geschafft, darf es zu Hause Futter regnen. „Sorgen Sie im Zweifelsfall dafür, dass Ihr Hund während des gesamten Feuerwerks ständig mit Suchen und Sammeln beschäftigt ist.“ Ein besonders beliebter, selten verabreichter Kauartikel wie ein getrocknetes Rinderohr setzt Glückshormone frei und beruhigt den Hund automatisch. Will sich der Vierbeiner jedoch an seinen Lieblingsort zurückziehen, so sollte man ihm auch das ermöglichen.

Unter Umständen können auch homöopathische Mittel wie Bachblüten oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel helfen. Und ist das Fiasko schon vorgeplant, so kann der Mensch immer noch ruhige Orte aufsuchen, an denen kein Feuerwerk gezündet wird. Dazu gehören unter anderem einige Nordseeinseln oder die Stadt St. Peter-Ording. Und ein kleiner Geheimtipp sind Autobahnraststätten abseits von Städten oder Dörfern. Einen ausgefalleneren Ort für den Jahreswechsel gibt es wohl selten.

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erstellt am 30.Dez.2015 | 06:00 Uhr

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