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Nach schwerem Unfall : So tapfer: Bjarne kämpft sich zurück ins Leben

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Tritt eines Ponys verletzte Bjarne vor zwei Jahren schwer am Kopf. Im Januar darf er erstmals aus der Reha wieder nach Hause.

Elsdorf-Westermühlen | Bjarne Bock ist ein kleiner Junge mit einem großen Kämpferherz. Der heute Achtjährige aus Elsdorf-Westermühlen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist am 24. Februar 2015 von einem ausschlagenden Pony am Kopf getroffen worden. Der Tritt war so schwer, dass der Junge einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt. Seine Mutter Svenja Bock musste das Kind wiederbeleben. Bjarne erlitt unter anderem eine Hirnstammquetschung und einen Schädelbruch. Tagelang musste die Familie um Bjarnes Leben bangen.

Mittlerweile sind fast zwei Jahre seit dem Unfall vergangen – und Bjarne kämpft sich langsam aber sicher zurück ins Leben. Seit Ende März vergangenen Jahres ist er in Geesthacht in der Reha. Dinge, die gesunde Menschen ganz automatisch und wie selbstverständlich machen, musste er dort mühsam wieder erlernen.

„Bjarne hat sich mittlerweile die Kopf- und Oberkörperhaltung sehr gut erarbeitet. Er schafft es, sich aus dem Liegen hinzusetzen und relativ sicher allein zu sitzen“, berichtet Svenja Bock von den Fortschritten ihres Sohnes. „Im Rollstuhl hat er zur Stabilisierung nur noch einen Hüftgurt. Laufen kann er mittlerweile mit Unterstützung wieder. Um es allein schaffen zu können, fehlt aber noch eine gewisse Hüftstabilität.“ Auch das Schlucken habe sich schon sehr verbessert. So nimmt der Junge mittlerweile seinen gesamten Tagesbedarf über den Mund zu sich. „Das Essen verlangt allerdings alles von ihm ab“, berichtet Svenja Bock.

Trotz aller guten Entwicklungen hat Bjarne immer noch einen langen, mühsamen Weg vor sich. Nach wie vor braucht er bei allem Unterstützung. So hat der Junge seine linke Hand noch nicht ausreichend unter Kontrolle, um sich beispielsweise allein mit dem Rollstuhl fortbewegen zu können. Derzeit wird mit Bjarne in der Reha gezielt das Anziehen trainiert. Seinen sogenannten Talker, ein Gerät, mit dessen Hilfe er sich mit anderen unterhalten kann, bedient er sicher mit seiner rechten Hand. „Damit Spiele zu spielen, ist aber wesentlich interessanter, als mit anderen zu kommunizieren“, fügt Bock lächelnd an. Sprechen kann Bjarne zwar noch nicht wieder. Allerdings versucht er vermehrt, Töne herauszubringen, wie seine Mutter weiß.

Schon bald kann die Familie in ihr Haus in Elsdorf-Westermühlen zurückkehren: Der Entlassungstermin ist der 20. Januar. Da das Haus barrierefrei ist, sind keine großen Veränderungen nötig. Außerdem freuen sich Mutter und Sohn auf das gewohnte Umfeld. Nachbarn, Freunde und Einwohner haben stets viel Anteil genommen an Bjarnes Geschichte. Auch heute noch kümmert sich eine Freundin um Katze, Kaninchen und Post. Andere besuchen Svenja und Bjarne Bock immer mal. „Das tut besonders Junior gut“, freut sich die Mutter.

Bjarnes Schwester Andra war die ersten Monate dauerhaft mit in Geesthacht und besuchte dort die Grundschule. Seit Sommer vergangenen Jahres wohnt sie jedoch bei ihrem Vater, um beim Wechsel in die fünfte Klasse gleich in ihre bleibende Schule zu kommen. Ferien, Wochenenden oder Feiertage verbringen Mutter und Kinder aber oft zu dritt. „Eine Prognose für die Zukunft gibt es nach wie vor nicht. Aber Bjarne hat schon einige Ärzte und Therapeuten überrascht, dass er so weit gekommen ist. Inwieweit er ein selbstständiges Leben führen kann, muss die Zeit zeigen“, blickt Svenja Bock in Richtung Zukunft. „Doch trotz aller Arbeit, Anstrengung und Kraft, die die Genesung in Anspruch nimmt, hat Bjarne sich seinen Humor und sein Lachen bewahrt“, erzählt Svenja Bock. Ein echtes Kämpferherz eben.

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erstellt am 29.Dez.2016 | 18:53 Uhr

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