Rettungshunde : So spüren Hunde vermisste Opfer auf

Eindrucksvoll: In der Arche Warder demonstrierten die Hundeführer den Trainingslevel ihrer vierbeinigen Kameraden.
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Eindrucksvoll: In der Arche Warder demonstrierten die Hundeführer den Trainingslevel ihrer vierbeinigen Kameraden.

Retter auf vier Pfoten im Training. Staffel „Holstein“ stellte sich vor

shz.de von
03. September 2018, 13:25 Uhr

Lebensretter auf vier Pfoten: Dass Hunde sehr viel mehr leisten können, als nur der beste Freund des Menschen zu sein, zeigte sich auf dem „Hundetag“ in dem Tierpark Arche Warder. So waren unter den eingeladenen Gästen dieses Mal ebenfalls einige Mitglieder der Rettungs-Hundestaffel Holstein, die nicht nur einiges an Informationen mitgebracht hatten, sondern auch eindrucksvoll das Können ihrer vierbeinigen Kameraden vor Ort demonstrierten.

Bereits der aufgebaute Trainingsparcours zeigte schon, wie hoch der Trainingslevel eines ausgebildeten Rettungshundes ist. Besteht ihre Aufgabe doch in der Suche nach vermissten Personen in unübersichtlichem Gelände sowie nach Opfern bei Schadensereignissen wie zum Beispiel Naturkatastrophen. Einsätze, bei denen die Hunde jedoch eigenständig und ohne Hilfe ihres Hundeführers teilweise auf schwierigstem Terrain zurechtkommen müssen. Dementsprechend verfügte der Parcours neben Rampe und schmaler Trittleiter ebenfalls über einen instabilen Bodenbereich, Gitterrost sowie scheppernden Ketten auf Aluminiumblechen, über die die vierbeinigen Helfer im Kriechgang robben sollten.

„Die RHS Holstein ist die nördlichste Staffel und gehört, wie bundesweit gut 80 weitere, dem Bundesverband Rettungshunde an“, erklärt die Vorsitzende der Staffel Gudrun Zebe. Daher dürfen auch nur geprüfte und mit gültiger Zulassung ausgewiesene Hunde zum Einsatz kommen. Doch nicht nur die Rettungshunde werden regelmäßig geprüft. Eine Erste- Hilfe-Schulung für die zweibeinigen Mitglieder der Staffel ist alle zwei Jahre genauso Pflicht.

Seit drei Jahren ist auch Sven Friesicke bei der RHS Holstein. „Ich wollte eine sinnvolle Beschäftigung für meinen Schäferhund Skip“, verrät der Gruppenführer, der in der Staffel ebenfalls für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Eine Tätigkeit im Schutzdienst kam für ihn jedoch nicht in Frage. „Und da ich aber selbst als Rettungsassistent arbeite, war die Mitgliedschaft in einer Rettungshundestaffel naheliegend“, fügt der 49-Jährige an.

Gut zwei Jahre dauert die Ausbildung eines Rettungshundes. „Dabei gibt es aber keine bestimmten Rassen, die dafür in Frage kommen“, erläutert Friesicke. Sie dürfen aber weder zu klein, noch zu groß sein und müssen über einen guten Geruchssinn verfügen. Derzeit verfügt die Staffel über neun geprüfte Hunde und acht, die noch in der Ausbildung sind. „Wir trainieren unsere eigenen Hunde jeweils selbst“, berichtet der Hundeführer. Ausgebildet wird unter anderem auf dem Hauptübungsgelände in Wapelfeld, in Trümmerhäusern oder im Wald. „Sollte sich neben unserem Freiwilligen, der gesucht werden soll, zufälligerweise noch eine weitere Person dort befinden, wird die ebenfalls vom Hund mit lautstarkem Bellen angezeigt. Für sie ist nur das Finden wichtig – genau dafür sind sie ja ausgebildet“.

Die Mitglieder der RHS Holstein sind 365 Tage rund um die Uhr in der Region einsatzbereit – und das ehrenamtlich. Dabei bestreiten sie sämtliche Investitionen und laufenden Kosten aus eigenen Mitteln. Bei größeren Ausgaben sind sie jedoch auch auf die Unterstützung von Förderern oder Spenden angewiesen. Als Suchtrupp-Helfer kann man sich der RHS übrigens auch anschließen, wenn man keinen Hund hat. Weiter Informationen gibt es im Internet unter „www-rhs-holstein.de“.

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