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Kaufhaus : So sieht das Rendsburger Hertie-Haus vor dem Umbau aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Investoren-Trio will im dritten Quartal 2017 mit dem Umbau beginnen. Aus dem alten Gebäude soll ein Pflegeheim werden.

von
erstellt am 11.Mai.2017 | 10:00 Uhr

Rendsburg | In den Hallen des ehemaligen Hertie-Hauses in Rendsburg herrschte am Mittwoch gähnende Leere. Stromkabel hingen von den Wänden herab. Wasserlachen bedeckten Teile der Fußböden. In den Rillen der stillstehenden Rolltreppen steckten Scherben. „Es ist fast nostalgisch, hier durchzugehen. Was sind wir als Kinder die Rolltreppen runtergefahren“, erinnerte sich Bürgermeister Pierre Gilgenast bei einer Begehung des Gebäudes.

Die Insolvenz von Hertie im Jahr 2009 traf sieben Städte in Schleswig-Holstein, in denen sich der Kaufhaus-Konzern mit Geschäften niedergelassen hatte. Nach der Pleite mussten die Filialen schließen. Das führte zu Leerstand und dadurch zur Verödung einiger Straßenzüge. Die Wiederbelebung der Verkaufsräume dauerte an - und ist bis jetzt noch nicht überall gelungen.

Die Altstädter Markt GmbH & Co. KG will im dritten Quartal 2017 mit dem Umbau des viergeschossigen Komplexes beginnen. Nach einer Bauzeit von 14 Monaten sollen ab Ende 2018 oder Anfang 2019 Senioren ein neues Pflegeheim in den drei oberen Etagen beziehen. Dann kann auch der Verkauf in neuen Geschäften im Erdgeschoss am Stegen beginnen.

Im Obergeschoss hängen Stromkabel von der Decke. Die Farbe an den Wänden ist abgeplatzt. Die neuen Eigentümer wollen dort künftig ein Seniorenheim betreiben.
Im Obergeschoss hängen Stromkabel von der Decke. Die Farbe an den Wänden ist abgeplatzt. Die neuen Eigentümer wollen dort künftig ein Seniorenheim betreiben. Foto: Hendrik Matzen
 

Mehr als zwölf Millionen Euro wollen Hermann Höft, Geschäftsführer des Höft Bauunternehmens in Flensburg, John Schaffer, Geschäftsführer der Schaffer Beteiligungen in Flensburg, und Matthias Martensen, Geschäftsführer des Pflegeheimbetreibers Dahrenhof in Drage (Nordfriesland), investieren. Zu diesem Zweck bildeten sie die Altstädter Markt GmbH & Co. KG. Gilgenast (SPD) sagte am Mittwoch: „Wir freuen uns, dass die Investoren im Herzen von Rendsburg etwas schaffen wollen.“

Er erinnerte: 1955 sei am Stegen das Grimme-Kaufhaus eröffnet worden. Nach Anbauten Ende der 1950er- und in den 1960er-Jahren zog das Warenhaus Karstadt ein, das später unter Hertie firmierte. 2008 wurde es geschlossen. Seither steht das Gebäude leer.

Auf dem Hertie-Dach: Ralf Konitz (von links), Betriebsleiter des Abrissunternehmens Elly Nickels, Investor John Schaffer, Architekt Werner Schaffer, Investor Matthias Martensen und Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) nahmen das Gebäude in Augenschein.
Auf dem Hertie-Dach: Ralf Konitz (von links), Betriebsleiter des Abrissunternehmens Elly Nickels, Investor John Schaffer, Architekt Werner Schaffer, Investor Matthias Martensen und Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) nahmen das Gebäude in Augenschein. Foto: Hendrik Matzen
 

Die ortsansässige Abbruchfirma Elly Nickels räumte das Gebäude, das oberirdisch ungefähr 6000 und in zwei Kellergeschossen insgesamt 2000 Quadratmeter umfasst, seit Dezember leer und versetzte es in den Rohbauzustand. Die Investoren wollen im Erdgeschoss auf einer Fläche von ungefähr 1600 Quadratmetern Einzelhändler ansiedeln. Die größtmögliche Ladenfläche beträgt 1100 Quadratmeter. „Es gibt bereits Interessenten“, so Werner Schaffer.

Der Eingang des Seniorenheims soll am Ende des Durchstichs vom Altstädter Markt zur Marienkirche liegen. Auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern werden 80 Menschen in Wohnungen mit jeweils 50 bis 55 Quadratmetern leben. Vom Speisesaal über den Arkaden am Altstädter Markt aus können sie eine etwa 100 Quadratmeter große Terrasse betreten.

Die Eingangstüren sind von außen inzwischen verbarrikadiert.
Die Eingangstüren sind von außen inzwischen verbarrikadiert. Foto: Hendrik Matzen
 

Spitzdächer auf dem Mittelteil des Gebäudes, angrenzend an das Verlagshaus der Landeszeitung, sollen abgerissen werden. Dort sind auf zwei Ebenen Dachterrassen geplant. Der dem Alten Rathaus zugewandte Gebäudeteil wird um ein Staffelgeschoss aufgestockt. Im Keller wird eine Tiefgarage mit 13 Stellplätzen gebaut. Das Investoren-Trio wird sowohl die Eigentümer- als auch die Betreibergesellschaft des Heimes bilden.

Ivan Miskovic von der Firma Elly Nickels räumte gestern weiter auf.
Ivan Miskovic von der Firma Elly Nickels räumte gestern weiter auf. Foto: Hendrik Matzen
 
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