So beschreiben Kinder ihre Heimat

Kinder beschreiben ihre Heimat: Telse Stoy (links) ist mit Joachim Sebastian für die Zusammenstellung verantwortlich, die Gestaltung, auch des Titelbildes, stammt von Katharina Mahrt.
Kinder beschreiben ihre Heimat: Telse Stoy (links) ist mit Joachim Sebastian für die Zusammenstellung verantwortlich, die Gestaltung, auch des Titelbildes, stammt von Katharina Mahrt.

Aufsätze und Zeichnungen von Grundschülern aus Eckernförde und Umgebung / Buch im Handel erhältlich

von
28. Oktober 2018, 12:16 Uhr

Wie sehen Kinder heute die Dörfer und Städte, in denen sie leben? Was bedeutet in Zeiten des allgegenwärtigen Internets Heimat für Kinder? Die Heimatgemeinschaft Eckernförde – Schwansen – Hütten – Dänischer Wohld wollte es genauer wissen und startete im Frühjahr 2017 das Projekt „Kinder beschreiben ihre Heimat“. Vorsitzende Dr. Telse Stoy schrieb alle Grundschulen des Altkreises Eckernförde an mit der Bitte, in den dritten oder vierten Klassen einen Aufsatz zu dem Thema schreiben zu lassen. „Entstehen sollte ein Bild der Dörfer und Wohnorte in der heutigen Zeit aus der Perspektive der Kinder“, sagt Dr. Stoy. Das Ergebnis ist ein 144 Seiten starkes Buch mit 70  Schüleraufsätzen, 37 Orte im Altkreis – von Olpenitz über Eckernförde bis Owschlag und Strande – werden aus Kindersicht beschrieben.

„Hier finde ich es toll, dass die Innenstadt sowie der Strand von mir zu Hause nur 10 Minuten entfernt sind“, schreibt Katharina aus Borby. Kinder auf dem Land schätzen die Natur und den Umgang mit Tieren. „Im Wald kann man herrlich spielen und sich verstecken“, kann man im Aufsatz von Philip aus Brekendorf lesen. Auch Jule aus Windeby ist in ihrer Freizeit in der Natur unterwegs: „Das Beste an meinem Dorf sind Höhlen, die wir im Wald für Tiere gebaut haben.“

Nach der Lektüre aller Texte stellt sich ein doch etwas überraschender Eindruck ein: „Die Kinder sind dort glücklich, wo sie leben“, zieht Katharina Mahrt eine positive Bilanz. Die Grafikdesignerin ist für das Layout verantwortlich. Viele Schüler haben auch Zeichnungen hinzugefügt. „Aus 14 Kinderbildern habe ich das Titelbild erstellt“, erklärt Mahrt, „das heißt, es werden auch 14 Gemeinden in verkürzter Form grafisch gezeigt.“

Die Idee für dieses Projekt geht auf eine Veröffentlichung im neuen Jahrbuch der Heimatgemeinschaft zurück, das in Kürze herausgegeben wird. Thematisiert werden Schüleraufsätze von vor 70  Jahren, in denen 13-bis 14-Jährige unverblümt und teilweise pointiert aus der ersten Zeit ihrer Ankunft im Lager Ellenberg bei Kappeln berichteten. Das sei auch in diesem Buch der Fall, erklärt Telse Stoy. „In jedem Aufsatz steht etwas Besonderes über den Wohnort, was für das Kind wichtig ist.“

Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Buches: „Durch das Schreiben haben wir bereits ein Bewusstsein für Heimat geweckt“, ist sich die Vorsitzende sicher. Dass dieses so positiv ist, freut sie besonders. Aber es gibt auch kritische Worte aus Kindermund: „Der Strand ist schön und das Wasser türkis. Deswegen ist der Strand auch immer voll mit peinlichen Touristen, die nackt ins Wasser gehen“, schreibt Moritz aus Strande.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen