zur Navigation springen
Landeszeitung

23. August 2017 | 17:40 Uhr

Sind die Rohre noch ganz dicht?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

4300 Hauseigentümer müssen bis zum Jahresende den Zustand ihrer Abwasserleitungen prüfen / Kreis setzt Erlass des Landes um

Wer ein Haus in einem Wasserschutzgebiet besitzt, hat noch zehn Monate Zeit: Bis zum Ende des Jahres erwartet der Fachdienst Umwelt des Kreises Rendsburg-Eckernförde den Beweis, dass die Abwasserrohre unter Privatgrundstücken dicht sind. 4300 Eigentümer sind betroffen. Für Häuser außerhalb der Wasserschutzgebiete läuft die Frist zehn Jahre länger – bis zum 31. Dezember 2025.

Hintergrund ist ein Erlass der Landesregierung mit Gesetzescharakter, wie Hans-Jörg Tresselt von der Unteren Wasserbehörde des Kreises erklärt. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Schadstoffe ins Grundwasser geraten. „Wir müssen die Trinkwasserversorgung sicherstellen“, sagt sein Kollege Ralf-Dieter Beck von der Fachgruppe Bodenschutz. Die Schutzgebiete sind als erstes dran, weil sie besonders sensibel sind. Davon gibt es drei im Kreis: Das größte mit einer Größe von 1343 Hektar liegt zu etwa zwei Dritteln im östlichen Teil Fockbeks und zu einem Drittel im Rendsburger Westen. Dort sind 2300 Grundstücke betroffen. Das zweitgrößte Gebiet mit 574 Hektar liegt im Süden Eckernfördes. Dort sind zum Teil jeweils vor allem das Ostseebad selbst und die Gemeinden Windeby, Osterby und Goosefeld mit 1000 Grundstücken betroffen. Ein drittes Wasserschutzgebiet erstreckt auf sich 259 Hektar über den Süden Bordesholms mit 1000 Grundstücken. Ob ein Haus tatsächlich in einem Schutzgebiet steht, sei Beck zufolge bei der jeweiligen Gemeinde zu erfahren.

Unter den Schutzflächen liegt Ralf-Dieter Beck zufolge keine dichte Schicht über dem Grundwasser. „Dort können einsickernde Schadstoffe Schaden anrichten“, sagt er. Deshalb müssen die Leitungen, die von den Häusern zum öffentlichen Kanalnetz führen, geprüft werden. Die Eigentümer sind in den vergangenen vier Jahren bereits schriftlich dazu aufgefordert worden. „Derzeit gehen bei uns drei bis vier Dichtheitsprotokolle wöchentlich ein“, sagt Hans-Jörg Tresselt. Ein großer Teil der Hausbesitzer habe noch keines vorgelegt. Die Nachweise werden von Fachfirmen ausgestellt, nachdem die Leitungen per Rohrkamera geprüft wurden. Werden dabei Schäden festgestellt, muss zunächst repariert werden. Dazu sei selten eine komplett neue Leitung notwendig. Ralf-Dieter Beck rechnet damit, dass nur in Einzelfällen Schächte gegraben werden müssen. Er rät dazu, sich mehrere Angebote von Fachfirmen einzuholen. Vor einer schnellen Entscheidung an der Haustür warnt er, um nicht an jemanden zu geraten, der „nur eine schnelle Mark machen will“.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 12:28 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen