Rendsburg : Sieht so die neue Weiße Brücke aus?

Der Entwurf für den Neubau der Weißen Brücke. Foto: sh:z
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Der Entwurf für den Neubau der Weißen Brücke. Foto: sh:z

Flach statt gewölbt, Stahl statt Holz und als Bodenmaterial Lochblech statt Bohlen: Der Entwurf für den Neubau der Weißen Brücke ist Thema in Rendsburg.

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08. Dezember 2011, 08:29 Uhr

Rendsburg | Fast 15 Monate sind seit dem Beschluss des Bauausschusses vergangen. Erst jetzt kommt er wieder auf die Tagesordnung - und mit ihm weiterer Zündstoff in der ohnehin aufgeheizten Debatte um die Weiße Brücke.
Es geht um den möglichen Nachfolgebau für die wegen Baufälligkeit gesperrte Verbindung zwischen Altstadt und Neuwerk. Ein politisch bereits auf den Weg gebrachter Entwurf sieht eine Querung vor, die sich zum Teil deutlich vom Vorgänger unterscheidet. Bereits am 14. September 2010 wurde er vom Bauausschuss beschlossen (7 Ja-, 1 Nein-Stimme, 1 Enthaltung), Donnerstagabend wird er im Hauptausschuss behandelt.
"Wollen wir Fördergelder beantragen, darf die Brücke nicht aus Holz sein"
Wichtigste Änderung: Die zukünftige Weiße Brücke soll nicht aus Holz, sondern komplett aus Stahl entstehen. Die graphische Darstellung zeigt ein knapp 45 Meter langes, auf zweimal sieben Stahlpfählen fußendes Bauwerk (siehe Seitenansicht oben). Die Breite wächst von 3,10 Meter auf vier Meter - das Mindestmaß, wenn man Fördermittel vom Land beantragen will. Und anders als ihre Vorgängerin überquert die neue Weiße Brücke den Stadtsee nicht bogenförmig gewölbt, sondern wie ein flaches Brett. Wobei Holz gar keine Rolle mehr spielt - auch nicht beim Boden. Weil Holzbohlen nicht rutschfest und zudem nicht lange genug haltbar sind, hatte die Verwaltung gelochte Stahlbleche vorgeschlagen. "Holz ist kein anerkanntes Brückenmaterial mehr", sagt Bauamtsleiter Frank Thomsen zur Begründung und verweist auf eine entsprechende Anweisung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr aus dem Dezember 2008. "Wenn wir Fördergelder nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beantragen wollen, darf die Brücke nicht aus Holz sein."
Auch um möglichst viel Landeszuschuss zu erhalten, will die Stadt die "Weiße Brücke 2" zudem in eine neue, 290 Meter lange Veloroute einbinden. Sie würde vom Verkehrsministerium gefördert werden, soll vom Paradeplatz bis zum Rathaus führen und zwischen vier und 4,50 Meter breit sein. Damit Radfahrer und Fußgänger sich nicht ins Gehege kommen, sollen beide Bereiche klar voneinander getrennt werden.
Hitzige Sitzung erwartet
Vorteil dieser Variante: Von den erwarteten 715.000 Euro Baukosten für Brücke und Veloroute müsste die Stadt 411.000 Euro nicht selbst aufbringen. 222.000 Euro kämen aus den Mitteln des GVFG, 189.000 Euro aus der Städtebauförderung. Es verbliebe ein kommunaler Eigenanteil von 304 000 Euro. Eine Brücke allein - ganz ohne öffentliche Förderung - schlüge hingegen mit geschätzten 500.000 Euro zu Buche.
Die Entscheidung, was aus der Ikone am Stadtsee wird, fällt voraussichtlich in der Ratsversammlung am 15. Dezember. Es verspricht eine hitzige Sitzung zu werden. Schon jetzt regt sich politischer Widerstand gegen die Brücke aus Metall: Die Fraktionen der Grünen und der Linken haben angekündigt, gegen den Neubau einer Stahlbrücke stimmen zu wollen. Sie habe nichts mit der ursprünglichen Brücke zu tun, die die Rendsburger kennen und lieben, sagen sie. Beide Fraktionen plädieren dafür, dass wieder eine Holzbrücke entsteht - gezimmert von einheimischen Handwerkern oder Berufsschülern.

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