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Handball-Oberliga : Sieg, aber kein Spaziergang

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Kropper Handballerinnen machen es beim 26:23-Heimerfolg gegen Tarp/Wanderup unnötig spannend.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 06:02 Uhr

Ein zweites Mal wollten sich die Frauen der HSG Kropp/Tetenhusen nicht von einem Kellerkind am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Es ist dem Tabellenführer der Handball-Oberliga gelungen. Die hochfavorisierte Mannschaft des Trainerduos Dirk Schlegel und Lena Leptien bezwang in eigener Halle den Vorletzten Tarp/Wanderup mit 26:23 (14:10). Bis zum Schluss blieb es jedoch spannend, da es die Gastgeberinnen versäumten, den Sack vorzeitig dicht zu schnüren. „Uns fehlt derzeit die Disziplin beim Torabschluss“, sagte Schlegel.

Nach dem Fiasko vor einer Woche in Hamburg-Niendorf starteten die Kropperinnen mit viel Verve in die Partie, lagen bereits mit 9:3 vorne. Alles sah danach aus, als könnte Schlegel auf der Bank einen ruhigen Nachmittag verbringen. Doch aus dem erhofften Spaziergang wurde nichts. Die HSG ließ die Zügel wieder schleifen gegen einen Gegner, der ums sportliche Überleben und um den Ruf des Vereins kämpfte. Zur Erklärung: Die finanziell in Schieflage geratenen Zweitliga-Männer der HSG Tarp/Wanderup gerieten unter der Woche durch die sofortige Abmeldung vom Spielbetrieb in die Negativ-Schlagzeilen. Eine Nachricht, die dem Ansehen des gesamten Vereins schadet. Fast schien es so, als wollten die Tarper Damen die Reputation der Spielgemeinschaft wiederherstellen.

Offenbar ließen sich die Gastgeberinnen davon beeindrucken. Bei ihnen haperte es insbesondere an der Chancenverwertung. Schlegel war ratlos: „Ich weiß nicht, ob meine Spielerinnen meinen, dass es von alleine geht, nur weil sie ganz oben stehen.“ Die Konzentration sei zu lax. Konsequenz: Die Tarperinnen blieben in Schlagdistanz. Zwar bemerkten die Zuschauer den Qualitätsunterschied zwischen dem Underdog und dem Klassenprimus, absetzen konnte sich die heimische HSG allerdings nicht. In Unterzahl warf man zu früh aufs Tor, in Überzahl wartete man nicht geduldig auf die Lücke.

Der Coach hatte eigentlich angekündigt, Leistungsträgerinnen wie der angeschlagenen Dörte Paul eine Erholungspause gönnen zu wollen. Doch die Linkshänderin musste ran. Katja Ohm signalisierte nach dem Warm-up, dass sie nicht mitmachen kann. Da auch Levke Rohwer verletzungsbedingt fehlte, ging dem Coach das „Material“ aus. Aus der „Zweiten“ hatte Schlegel bereits Svenja Jöns rekrutiert. Ein explizites Lob erhielt Kreisläuferin Svenja Pahl. Die 23-Jährige ackerte am gegnerischen „Sechser“, schuf immer wieder Lücken für ihre Teamkameradinnen und erzielte selber vier Tore. Maßgeblichen Anteil am Sieg hatte auch Imke Seidel, die bei ihren 13 Toren neun Mal vom Siebenmeterstrich erfolgreich war.

Alles in allem erwartet Schlegel dennoch eine Leistungssteigerung von seinem Team. Am kommenden Wochenende geht es erneut nach Altenholz. In der Hinrunde kassierte die HSG dort ihre erste Saisonniederlage.

HSG Kropp/Tetenhusen: Maelzer (1.-60.), Cornehl – Pahl (4), Jörgensen (2), Paul (1), Seidel (13/9), Ohm, Krück (4), Kösling (1), L. Jöns, Lübker, S. Jöns (1).

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