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Landeszeitung

18. Oktober 2017 | 19:06 Uhr

„Sie sollen unsere Nachbarn werden“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gemeinden im Amt Mittelholstein meistern Flüchtlingszustrom / Informationsveranstaltung am Donnerstag in Hademarschen

334 Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr im Amt Mittelholstein aufgenommen worden. Für 2016 rechnet Amtsdirektor Stefan Landt derzeit mit weiteren 280 Neuankömmlingen aus den Krisenregionen. Aktuelle Berichte zur Situation der Asylsuchenden gibt es bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „ehrenamtliches Engagement im Flüchtlingsbereich“, die am Donnerstag, 14. Januar (19.30), in Struves Gasthof in Hanerau-Hademarschen stattfindet.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich in allen Gemeinden, wo wir Flüchtlinge untergebracht haben, völlig ohne Zutun des Amtes ehrenamtliche Initiativen zu deren Betreuung gebildet haben“, sagt Amtsdirektor Stefan Landt. Am 11. Februar 2015 hatte das Amt erstmals zu einer Infoveranstaltung eingeladen, um solche ehrenamtlichen Initiativen anzuregen und ihnen Unterstützung anzubieten. Bis zum 31. März 2015 kamen 97 Asylsuchende ins Amt Mittelholstein, bis zum Jahresende stieg die Zahl auf 334. „Es ist ein Erfolg, dass die Flüchtlingsarbeit in allen unseren Gemeinden als etwas Positives betrachtet wird“, vermerkt Amtsvorsteher Peter Thomsen, „wir sehen die Asylsuchenden als eine Bereicherung – das sollen unsere neuen Nachbarn werden.“

„Es ist noch kein Bürgermeister zu mir gekommen, um sich über Zuweisungen zu beschweren“, bestätigt Landt, „alle sehen die Flüchtlingsproblematik als eine gemeinschaftliche Aufgabe, die sie unterstützen.“ Die ehrenamtlichen Hilfsinitiativen seien von großer Bedeutung, betont Landt: „Denn wir von der Verwaltung sind mit den an uns gestellten gesetzlichen Aufgaben absolut ausgefüllt.“ Da das Amt sich in vorausschauender Weise um Wohnraum für die Neuankömmlinge bemüht, mussten keine Sporthallen oder Feuerwehrgerätehäuser in Flüchtlingsunterkünfte umfunktioniert werden. „Eine Unterbringung in Sporthallen würde die Probleme ja nicht lösen“, meint Landt. Mit 334 Asylsuchenden hat das Amt die ihm zugeteilte Flüchtlingsquote (337) für das Jahr 2015 ziemlich genau erfüllt. Weshalb der Amtsdirektor eine positive Zwischenbilanz ziehen kann. „Was bisher von uns erwartet wurde, haben wir geschafft – dank des großen ehrenamtlichen Engagements und auch dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Amtsverwaltung, die bei der Arbeit an ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen.“ Wie geht es nun weiter im neuen Jahr? „Die Ungewissheit wird bleiben, man kann im Moment nur ganz schwer prognostizieren, wie lange noch in welchem Umfang weitere Menschen zu uns kommen werden“, sagt Landt, „aber für das, was absehbar ist, sind wir gewappnet.“ Die Familienzusammenführung, die nochmal für einen exponentiellen Anstieg der Flüchtlingszahlen sorgen könnte, sowie die Schaffung von Kita- und Schulplätzen für die Flüchtlingskinder sind Themen, die dem Amtsdirektor Sorge bereiten. Amtsvorsteher Thomsen ist sich sicher: „Mit dem Engagement der Ehrenamtlichen und der Verwaltung werden wir auch diese Hürden auf dem Weg zur Integration unserer Neubürger meistern.“

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