Schülldorf : Shuttlebus zur Bahn viel zu teuer

Sehr enttäuscht von den Entwicklungen rund um die Busanbindung nach Schülldorf ist Schacht-Audorfs Bürgermeister Reese.
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Sehr enttäuscht von den Entwicklungen rund um die Busanbindung nach Schülldorf ist Schacht-Audorfs Bürgermeister Reese.

Der Zubringer-Bus zum Bahnhaltepunkt Schülldorf könnte scheitern. Kreis und Verkehrsunternehmen stehen in Verhandlungen.

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30. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Schon am kommenden Montag, 5. Januar, stoppt die Bahn zwischen Rendsburg und Kiel am neuen Bahnhaltepunkt in Schülldorf. Was nicht nur für den kleinen Ort, sondern auch für andere Gemeinden südlich des Kanals zu einer Bereicherung werden soll, gestaltet sich nun problematisch. Es ist aber nicht die Bahnverbindung selbst, sondern ein Zubringer-Bus, der die Freude der Beteiligten trübt: Um die Attraktivität des Bahnhaltes in Schülldorf zu steigern, hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde beschlossen, Wester- und Osterrönfeld per Bus anzubinden. Auch Schacht-Audorf soll eine schnelle Verbindung zu der Bahnhaltestation bekommen. Dafür hatte sich Bürgermeister Eckard Reese maßgeblich eingesetzt, dessen Gemeinde immerhin die Hälfte der zusätzlichen Kosten übernehmen würde – 35  000 Euro pro Jahr. „Voraussetzung war, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und eine vernünftige Bewerbung des Angebotes stattfindet“, so Reese.

Und genau daran hapert es: Die Busverbindung unterliegt dem SH Tarif und durchläuft verschiedene Tarifzonen. Dadurch kostet eine Abo-Monatskarte von Schacht-Audorf über Schülldorf nach Kiel 136,67 Euro. Ohne den Bus liegt der Preis zwischen Schülldorf und Kiel bei 79,17 Euro. Allein für den Shuttlebus sind monatlich also 57,50 Euro zu berappen. „Das ist eindeutig zu viel“, zeigt sich Eckard Reese empört. „Unter diesen Umständen beteiligen wir uns nicht an den Kosten. Ich bin nicht bereit, einen Geisterbus zu finanzieren, den keiner nutzt, weil er schlicht und einfach zu teuer ist.“

Streicht Schacht-Audorf seinen Zuschuss, droht das Aus für die Busanbindung, da der Kreis die Finanzierung nicht allein sicherstellen kann. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Anbindung zustande kommt. Noch kann man das bis nächste Woche Montag hinbekommen“, zeigt sich Martin Kruse, zuständiger Fachdienstleiter für Regionalentwicklung, Bauen und Schule, hoffnungsvoll.

Wunsch des Kreises ist es, durch eine attraktive Verbindung an und ab Schülldorf zusätzliche Fahrgäste aus den Bereichen Osterrönfeld, Westerrönfeld und Schacht-Audorf für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu gewinnen. Diese haben zwar heute schon die Möglichkeit, über Rendsburg die Bahnstrecke nach Kiel zu nutzen, durch die neue Station in Schülldorf und den geplanten Shuttlebus wird die Fahrzeit aus diesen Gemeinden aber deutlich kürzer.

Verschiedene Lösungsmöglichkeiten gibt es bereits, zum Beispiel einen Haustarif für den Busshuttle. Zustimmen müssen allerdings die zuständigen Verkehrsunternehmen, die unter dem Dach der NSH GmbH organisiert sind – und das einvernehmlich. Hieran scheiterte es bisher: „Je nach Vorschlag war mal das eine, mal das andere Verkehrsunternehmen nicht einverstanden“, erläutert Kruse, der die Verkehrsunternehmen zu einer konstruktiven Mitarbeit an einer Lösung auffordert. Ohne die geht am Montag kein Shuttlebus an den Start.

Sollte es keine Einigung geben, zieht Eckard Reese einen Bürgerbus für die Verbindung zur Bahnhaltestation in Betracht. „Viele Audorfer sind nicht so mobil, für die ist die Bahnverbindung eine tolle Sache. Ein Taxi zur Haltestation kann sich aber nicht jeder leisten, deshalb wollten wir uns am Shuttlebus gerne beteiligen.“

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