Büdelsdorf : SHMF-Orchesterakademie macht am Probenort fest

Zwei Dutzend junge Talente mit den Flaggen ihrer Nationen an Bord: Der Schlepper „NOK1“ gestern Nachmittag bei der Ankunft am Ahlmannkai in Büdelsdorf.
Zwei Dutzend junge Talente mit den Flaggen ihrer Nationen an Bord: Der Schlepper „NOK1“ gestern Nachmittag bei der Ankunft am Ahlmannkai in Büdelsdorf.

Der Sonntag eines Star-Dirigenten: Nach fünfstündiger Autofahrt war Michael Sanderling vor Ort.

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11. Juli 2016, 09:24 Uhr

Der Sonntag eines Star-Dirigenten: Nach fünfstündiger Autofahrt war Michael Sanderling vor Ort. Bequemer hatten es die Mitglieder der Orchesterakademie, die am Nachmittag am Probenort Büdelsdorf begrüßt wurde: Ein Teil kam mit dem Schlepper auf dem Wasserweg zur ACO- Thormannhalle, die anderen hatten ihren Weg zur künftigen „Arbeitsstätte“ auf dem Land zurückgelegt. Wie in den vergangenen Jahren fiel die Begrüßung draußen vor der Halle nicht nur laut, sondern auch herzlich aus. Jetzt teilen sechs Festival-Fahnen mit, dass und woher der Wind weht. Und Festival-Intendant Dr. Christian Kuhnt machte mit Dauer-Paukenwirbel kräftig mit.

Präzises Timing ist für Musiker wichtig: Um kurz vor 16 Uhr begrüßte Kuhnt das Orchester, freute sich über 108 Musiker aus 25 Ländern, die „alle noch nicht geboren waren, als der legendäre Leonard Bernstein das Schleswig-Holstein Festivalorchester zum ersten Mal dirigierte“. Er wünschte dem Orchester viel Spaß und erinnerte die jungen Künstler daran, dass sie „auf dieser Seite des Flusses Gäste der Familie Ahlmann und auf der anderen Seite Gäste des Nordkollegs mit seinem fantastischen Leiter Guido Froese“ seien.

Michael Sanderling hatte schon einmal die Orchesterakademie für eine Proben- und Konzertphase geleitet. Professionell, ohne große Ansprache, ging er freundlich bestimmt gleich zur Sache, dirigierte den ersten Satz der ersten Sinfonie von Johannes Brahms einmal durch. 15 Minuten dauerte das. Sensationell, was dieses Musikerteam an unverbrauchter Kraft, Frische und Qualität zeigte. Der Auftritt war aber noch nicht ganz so, wie Sanderling es sich vorstellte. Der Dirigent wünschte sich mehr Zurückhaltung und Mitgefühl für Brahms. Schließlich solle man spüren, dass der Komponist 18 Jahre beim Komponieren gelitten hatte. Beethovens „Neunte“ als großes Vorbild lastete schwer auf ihm. „Lasst euch Zeit. Langsam ist kein Problem. Wenn wir zu schnell sind, ist es keine Musik mehr, der Ausdruck verschwindet“, sagte Sanderling.

Bis zur Generalprobe am Mittwoch werden noch die Haydn-Variationen von Johannes Brahms und das Josef Haydn zugeschriebene Konzert für Horn und Orchester einstudiert.

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