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Fristverlängerung : Sepa-Umstellung auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Firmen und Vereine in der Region gut auf neue Zahlungsweise vorbereitet / EU-Kommission verlängert Übergangsfrist um sechs Monate

Seit gestern ist alles anders: Eigentlich war ab dem 1. Februar 2014 die Einführung des neuen Sepa-Verfahrens (Single Euro Payments Area) vorgeschrieben, doch gestern verlängerte die EU-Kommission überraschend die Übergangsfrist um sechs Monate. Hintergrund: Noch nicht alle Firmen, Vereine und Verbände in Europa haben sich auf die bevorstehenden Veränderungen genügend vorbereitet. Die Kunden in der Region Rendsburg hingegen gehen mit gutem Beispiel voran. Sie hätten die Fristverlängerung nicht gebraucht. Abteilungsdirektorin Sandra Witte, zuständig für den Betriebsservice bei der Sparkasse Mittelholstein, vergleicht die neue Situation mit einer Klausur, für die man gelernt hat und die dann verschoben wird.

„Niemand kommt um Sepa herum“, sagt Joachim Petrat, Filialleiter bei der HypoVereinsbank. Die eigene Iban (International Bank Account Number) steht bei den meisten Banken auf der EC-Karte oder den Kontoauszügen. Für die Iban des Zahlungsempfängers wirft man einen Blick auf die Rechnung. Sollte diese fehlen, hilft nur eine Nachfrage.

Torben Stöterau, Mitglied des Projektteams Sepa bei der VR-Bank, beobachtet, dass Kunden vermehrt nach der bevorstehenden Umstellung fragen. Viele hätten das Thema immer weiter hinausgeschoben. „Aber jetzt wird es interessant und sie beschäftigen sich damit.“ Bei der Sparkasse Mittelholstein und der HypoVereinsbank gilt für Privatkunden die Übergangsfrist bis 2016. „Alte Überweisungsträger werden weiterhin bearbeitet“, sagt Sandra Witte.

Für Firmen, Vereine und Verbände ist die von der Europäischen Union beschlossene Umstellung aufwendiger. Um an Lastschriftverfahren teilnehmen zu können, muss bei der Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer angefordert werden. „Diese muss der Kunde persönlich beantragen“, erklärt Stöterau. Alle Kunden hätten dies bereits getan, denn ohne Identifikationsnummer kein Lastschriftverkehr.

Die Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie hat am 1. Dezember auf Sepa umgestellt. „Zuerst gab es Probleme mit der Software der Finanzbuchhaltung“, sagt Angela Tiedje, Teamleitung Finanzwesen. Seitdem diese neu programmiert wurde, läuft es reibungslos. Als Problem hat sich erwiesen, dass auf vielen Rechnungen noch keine Iban ausgewiesen ist.

Die Firmenkunden der Sparkasse und der HypoVereinsbank sind im Großen und Ganzen gut auf die Umstellung vorbereitet. „Einige haben jedoch noch nicht verstanden, dass es nötig ist“, so Joachim Petrat. Sehr wenige lehnen Sepa ab. „Ich werde nicht daran teilnehmen“, teilte ein Kunde mit. Doch eine Wahlmöglichkeit haben die Kunden nicht. Firmen drohen im schlimmsten Fall zeitliche Verzögerungen und Zahlungsengpässe. Für diejenigen, für die es hart auf hart kommt, stehen in den Instituten Mitarbeiter bereit, um Sepa-Fragen zu beantworten.

Die ersten Betrugsversuche im Zuge der Sepa-Umstellung gibt es schon. In Großenwiehe rief ein vermeintlicher DRK-Mitarbeiter bei einem Mitglied an und gab vor, die neue 22-stellige Iban erfragen zu müssen. „Bei solchen Anrufen sollte man immer Rückfrage mit der Bank oder der anrufenden Institution halten und nachfragen“, rät Carsten Ratzke von der VR-Bank.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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