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JEDER RADLER WIRD GEZÄHLT : Sensoren zählen Radler am Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drei Messpunkte SING sind entlang der NOK-Route geplant. 20 000 erfasste Personen allein in Rade bei Rendsburg. Die Daten liefern Erkenntnisse für den Tourismus.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 06:00 Uhr

„Mit den Schiffen um die Wette radeln“, so lautet einer der Slogans, mit denen für die NOK-Route Werbung gemacht wird. Die Radroute führt über 325 Kilometer von Brunsbüttel bis nach Kiel-Holtenau, am Nord-Ostsee-Kanal entlang und durch das benachbarte Hinterland. Doch wie viele Urlauber zieht die „Straße der Traumschiffe“ an? Das wird seit Anfang des Jahres an drei Zählstellen in Rade bei Rendsburg, Hinrichshörn (Dithmarschen) und Brunsbüttel genau festgehalten – mit einer Radaranlage.

Die Messpunkte funktionieren so: Wie bei einem Bewegungsmelder registriert ein Radarfeld den Vorbeirollenden und hält dessen Fahrtrichtung fest. Das Tempo des Radfahrers dient dabei als Merkmal, um ihn von Fußgängern und Mopedfahrern zu unterscheiden. Zudem werden Temperatur und Niederschlag vom Sensor dokumentiert.

„35 480 Radfahrer bis Ende August“, gab Monika Heise von der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Nord-Ostsee-Kanal (TAG NOK) jetzt ein erstes Zwischenergebnis für alle drei Messpunkte bekannt. Allein in Rade bei Rendsburg wurden rund 20 000 Radler gezählt. „Wir hatten bisher keine genauen Zahlen in Schleswig-Holstein.“ Das Projekt „Zählung von Radtouristen“ wird vom Wirtschaftsministerium finanziert und von dem Berliner Büro „Radschlag“ umgesetzt. 2012 wurde am Ochsenweg gezählt, 2013 am Ostseeküsten-Radweg. Letzterer sei mit 300 000 Radfahrern eine „ganz andere Hausnummer“, stellte Monika Heise fest. Aber die Nachfrage nach der NOK-Route sei ungebrochen hoch. Ein Beleg dafür sei auch, dass inzwischen vier Verlage spezielles Kartenmaterial für die Strecke anbieten.

Das Radfahren sei eines der wichtigsten touristischen Themen in der Region und habe eine steigende wirtschaftliche Bedeutung. „Radler geben pro Tag durchschnittlich 64,40 Euro aus und bleiben mindestens drei Tage“, sagte Heise. „Das bringt jährlich 6,85 Millionen Euro in die Region zwischen Kiel und Brunsbüttel.“ Deshalb dürfe man nicht nachlassen, die NOK-Route noch attraktiver zu machen. Radlerquartiere wie das Hotel „Ahoi“ in Breiholz und das „Kanalcafé“ in Osterrönfeld seien wegen der großen Nachfrage entstanden. Diesen sollten noch weitere folgen, sagte Heise.

Zudem wolle die Touristische Arbeitsgemeinschaft bei bestehenden Betrieben dafür werben, mehr auf die Bedürfnisse von Radfahrern einzugehen. „Sie könnten zum Beispiel Lunchpakete für die Fahrt anbieten.“ Auch beim Service (Verleih und Reparatur), beim Marketing sowie der Beschilderung müsse man weiter aktiv bleiben, um zu den Top-Routen zu gehören.

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