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Landeszeitung

17. August 2017 | 21:42 Uhr

Sensible Suche nach Sehnsuchtsorten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Teils wuchtige Farbigkeit: Volker Altenhof zeigt neue Arbeiten im Kunsthaus Müllers

Es ist Zufall, das der Maler Volker Altenhof sein Atelier in Altenhof hat. Denn er stammt nicht aus diesem Ort. Geboren wurde er in Hoya. „Ich habe verschiedene Güter angerufen“, erinnert sich der Künstler, weil er sich dort große Räume zum Arbeiten erhoffte. Auf Altenhof wurde er fündig – und malt nun in der Nähe zum Meer. Das schlägt sich in seinen Bildern nieder, denen zwar nicht immer auf den ersten Blick diese Nähe anzusehen ist, aber der Titel offenbart sie dann. „Küstenwald“ und „Kliff“ sind sehr klar und fast gegenständlich. Andere Werke werden von der Farbe dominiert: Oben helles Blau, unten tiefdunkles Blau, deren Trennlinie ist der Horizont, an dem ein feiner weißer Streifen Licht sichtbar ist: „Nach dem Gewitter“. Es sind neue Arbeiten, die jetzt bei Müllers zu sehen sind.

Volker Altenhof gehört zu dem Künstlerkreis, den die Galeristen Tom und Sibylle Müllers des Öfteren zeigen. Bei der Eröffnung der Ausstellung erfuhren die zahlreichen Besucher etwas über das Werk durch den Kunsthistoriker Jens Martin Neumann aus Kiel. Als „sensible Suche nach Sehnsuchtsorten“ definierte er die Arbeiten Altenhofs. Deutlich wird beim Betrachten der Bilder: „Er verhilft der Farbe zu einer eigenständigen Qualität“, so Neumann.

Altenhof studierte 1977-82 Freie Kunst und experimentelle Malerei an der Muthesius-Hochschule in Kiel. Heute ist er Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler sowie im Künstlerbund Rendsburg-Eckernförde. Mehr als 150 Einzelausstellungen waren von ihm in Deutschland und verschiedenen europäischen Staaten zu sehen.

Auf den ersten Blick erscheinen etliche seiner Werke – die Palette reicht von kleinen bis zu sehr großen Formaten – vollständig monochrom, also einfarbig. Aber „sie sind nicht monochrom in der Dichte“, erläuterte Neumann und sie offenbaren ihre Botschaft bei genauerem Hinschauen, wie zum Beispiel „Flügel in Rot“.

Die Effekte erreicht der Maler, in dem er zunächst als Grundierung eine weiße Spachtelmasse aus Marmor- und Kreideöl aufträgt. Dann wird abgeschliffen. Es folgen transparente Farbschichten, auch immer wieder geschliffen. Auf diese Weise entsteht der Eindruck einer dichten und satten Farbigkeit, die aber dennoch darunterliegende Strukturen erkennen lässt.

Wenn auch Figurengruppen, Schiffsformen oder Bäume auszumachen sind, so konstatiert der Kunsthistoriker Neumann doch, dass Altenhof „die Atmosphäre wichtiger ist als die Darstellung“. Eine Atmosphäre, die gefangen nimmt, wenn sich der Betrachter Zeit lässt.

Volker Altenhof, Neue Arbeiten. Rendsburg, Kunsthaus Müllers, An der Marienkirche 4. Bis zum 24. November. Öffnungszeiten Di.-Fr. 10-13 und 15-18 Uhr; Sa. + So. 10-14 Uhr.

www.kunsthaus-muellers.de

www.volker-altenhof.de

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erstellt am 30.Okt.2013 | 00:32 Uhr

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