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Nydamboot beim Eon Hanse Cup : Sensations-Gast auf dem Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eon Hanse Cup erwartet vom 12. bis 14. September in Rendsburg aus Dänemark den Nachbau des 1700 Jahre alten Nydamboots.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 15:04 Uhr

Rendsburg | Der 14. Eon Hanse Cup vom 12. bis 14. September plant eine Sensation: Die weltbesten Ruder-Achter erwarten auf dem Nord-Ostsee-Kanal Besuch von einem ihrer frühesten Vorfahren. Der Nachbau des am besten erhaltenen Hochseeschiffs der Germanen, des rund 1700 Jahre alten Nydamboots, hat sich für einen Besuch in Rendsburg angesagt. „Das wird ein Eye-Catcher“, hofft der sportliche Leiter des Cups, Wolfgang Berndt.

Der Rahmen könnte passender nicht sein: Wie die modernen Rennachter ist auch das Nydamboot ein Ruderfahrzeug. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Stamm der Angeln es auf Booten wie diesen bis nach England geschafft hat. Unter der Eisenbahnhochbrücke soll das Juwel beim Cup als Zieleinlaufboot fungieren – und dadurch dank der Direktübertragung des Rennens in der ARD bundesweit im Rampenlicht stehen.

Es wird die erste Reise der 23 Meter langen Nydam-Kopie überhaupt. Erst vor genau einem Jahr wurde sie in der Nähe des dänischen Sonderburg zu Wasser gelassen. In siebenjähriger Arbeit hatte ein Verein – die Nydamgilde – das Schiff aus Eichenholz nachgebaut, wissenschaftlich begleitet unter anderem von den Archäologen des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums auf Schloss Gottorf in Schleswig. Dort lagert das originale Nydamboot, das im Sommer 1863 bei Sonderburg ausgegraben worden war. Mit Rücksicht darauf hat der Verein den Nachbau auf den Namen „Tveir“ getauft. Dies orientiert sich an dem altnordischen Wort für Nummer Zwei – weil das Gottorfer Original eben die Nummer Eins darstellt.

Aus dem Schleswiger Schloss stammt die Idee für den spektakulären Auftritt bei dem Ruderrennen. „Das ist eine würdige Anerkennung für das ausdauernde ehrenamtliche Engagement der Nydamgilde“, sagt Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. „Wir versprechen uns von dem Besuch, dass ein internationales Licht auf den Nachbau fällt.“ Hinzu komme natürlich die Hoffnung, dass Kanalcup-Besucher oder Fernsehzuschauer Lust bekommen, sich das historische Nydamboot im Museum anzugucken. Die ersten zwei Tage des Eon Hanse Cups soll das Publikum die „Tveir“ im Rendsburger Kreishafen bestaunen können, bevor sie dann am Sonntag, dem Tag des Hauptrennens, von 28 Mitgliedern der Nydamgilde unter die Eisenbahnhochbrücke gerudert wird. Morgen will eine Abordnung der Dänen bei einem Vorort-Termin letzte Einzelheiten klären.

Ebenso läuft noch die Abstimmung mit der Frankfurter Groß-Spedition Schenker über einen Transport der „Tveir“ per Tieflader von Sonderburg nach Rendsburg. Das Unternehmen hat gleich einen doppelten Bezug zu dem Projekt. Schenker hat in den Vorjahren aus Duisburg Katamarane für die TV-Übertragungen vom Eon Hanse Cup nach Rendsburg geschafft. Und vor allem: 2003 chauffierte Schenker mit einer Spezialanfertigung das originale Nydamboot von Schleswig als Leihgabe ins dänische Nationalmuseum nach Kopenhagen. Sogar derselbe Fahrer steht noch in Diensten der Spedition, hat Kanalcup-Sportleiter Wolfgang Berndt herausgefunden.

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