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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 03:11 Uhr

Nortorf : Senioren im Supermarkt bestohlen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auch Bankdaten wurden von den Tätern ausgespäht. Die Polizei ermittelt und gibt Tipps zum Schutz vor Dieben.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 11:52 Uhr

Es reicht nur ein Augenblick der Unaufmerksamkeit, schon schlagen die Diebe zu. In Sekunden wird beim Einkaufen das Portemonnaie aus dem Korb oder der Tasche geklaut, ohne dass es auffällt. Meist werden ältere Menschen bestohlen, die die Täter als leichte Opfer ausmachen.

Genau diese Situation erlebte eine 87-jährige Nortorferin vor einigen Tagen. Als sie ein Glas aus einem Supermarktregal nehmen wollte, musste sie beide Hände benutzen. Ihre Geldbörse, die die Frau sonst immer in den Händen hält, habe sie dafür kurz in den Einkaufskorb gelegt, wie die Tochter der Betroffenen berichtete, die wie ihre Mutter anonym bleiben möchte. Da die alte Dame ihr Portemonnaie wenig später nicht mehr vorfand, schaute sie sich um, ob sie es verloren hatte. Offenbar hatte ein dreister Dieb die Gelegenheit genutzt und sich auf den Weg zur nächsten Bank gemacht. Dort hob er mit der Bankkarte den möglichen Maximalbetrag vom Konto ab. Als Telefonnummer getarnt hatte die ältere Dame ihre Geheimnummer in ein kleines Adressbuch eingetragen. Den Dieb konnte sie damit aber nicht täuschen. Unter zahlreichen achtstelligen Nummern habe der Dieb den „Pin“ rausgefunden. Daher liege der Verdacht nahe, dass die 87-Jährige bereits im Vorfeld bei der Eingabe ihrer Geheimzahl beobachtet wurde. Die Tochter erstattete bei der Polizei Anzeige. „Dass besonders ältere Menschen sich den Pin notieren, wissen natürlich auch die Straftäter“, sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Dass die Senioren im Vorwege bespitzelt werden, konnte der Sprecher nicht ausschließen. Da ältere Menschen ein vermeintlich leichtes Opfer darstellen, suchten sich die Täter gezielt Senioren aus.

In den vergangenen Tagen hat es zwei derartige Fälle bei großen Supermärkten in Nortorf gegeben. Dass diese in Zusammenhang stehen, ist nicht bekannt. Die Polizei ermittelt in diesen Fällen. Allgemein gelte, Geld oder Portemonnaies immer am Körper zu tragen und die Geldbörse nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Wenn andere Kunden ein verdächtiges Verhalten beobachten, sollten sie die Polizei informieren, rät Hinrichs. Kommt es doch zum Diebstahl, sollten die Betroffenen als erstes die Bankkarten unter der Telefonnummer 11  61  16 sperren lassen. So bleibe der Schaden auf das Bargeld beschränkt. Unter Umständen entsorgt der Dieb die Geldbörse auch schnell im nächsten Gebüsch, so dass wenigstens die Dokumente wie Personalausweis und Versicherungskarte wieder da sind. Ansonsten müssen die Bestohlenen noch zahlreiche Behördengänge unternehmen, um diese wieder zu beschaffen. Außerdem sei das Vertrauen der Senioren zerstört, meint die Tochter des Opfers. Es entstehen Ängste, dass die Täter durch die Adresse auf den Ausweisen auch die Häuser der Betroffenen ins Visier nehmen könnten. Psychisch sei das für die Opfer eine Katastrophe. Ein großes Lob gibt die Tochter an die Polizei und die Geldinstitute in Nortorf weiter. Beide haben ihrer Mutter verständnisvoll und einfühlsam zur Seite gestanden. Die 87-Jährige habe auch ihre Konsequenzen daraus gezogen, die Geldkarte bleibt beim Einkaufen ab jetzt zu Hause.

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