Senioren bestimmen ihre Aktivitäten selbst

Gesellige Runde: Christine Sell, Gerda Voshardt und Marie-Lusie Wiese (von links) haben ihren Spaß beim Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“.  Fotos: Eckardt (2)
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Gesellige Runde: Christine Sell, Gerda Voshardt und Marie-Lusie Wiese (von links) haben ihren Spaß beim Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“. Fotos: Eckardt (2)

Abwechslungsreiches Angebot der Tagespflege im „Haus Simeon“ / Teamleiterinnen ziehen nach 100 Tagen positives Fazit

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04. Juni 2018, 15:10 Uhr

Ob alleine oder gemeinsam in der Gruppe – den Ablauf bei der Tagespflege im „Haus Simeon“ der Diakonie Altholstein können die Senioren selbst bestimmen. Und das Konzept geht auf: Nach gut 100 Tagen können die Initiatorinnen bereits ein positives Resümee ziehen.

„Dat löpt“, sind sich die Teamleiterin der Tagespflege, Ceylani Ertugrul und Nadine Wilimzig, die gleichzeitig den Pflegedienst der Station Nortorf leitet, einig. Bietet die Tagespflege den Senioren doch nicht nur die Möglichkeit, aus ihrer festen Tagesstruktur einmal heraus zu kommen, auch die Angehörigen, die die Menschen tagtäglich zuhause pflegen, erhalten so mehr Freiraum für sich oder um beruhigt arbeiten zu gehen.

Hell und freundlich präsentieren sich die neu gestalteten Räume der Tagepflege, die im hinteren, alten Trakt des Pflegeheims untergebracht sind. Alles ist ebenerdig. Der große Aufenthaltsraum mit gemütlichen Sofaecken, ein Ruheraum als Rückzugemöglichkeit sowie eine Außensitzanlage lassen keine Wünsche offen. „Dreh- und Angelpunkt im Tagesablauf ist das gemeinsame Frühstück“, berichtet Ertugrul. Obwohl es klar strukturierte Abläufe gibt, steht es jedem frei, an den Aktivitäten teilzunehmen. Ob Gymnastik, Kegeln, Federball oder Tischfußball spielen, Bingo, Gedächtnistraining, Silben- oder Kreuzworträtsel – jede Woche stellen die Betreuer einen neuen Aktivitätsplan auf. „Und wer möchte, kann mit dem jeweiligen Betreuer unser Kaninchen Lily füttern oder sich um den Yorkshire Terrier Fox kümmern“, fügt die Teamleiterin an. Denn die Faustregel ist: „Nicht jeder muss alles mitmachen“.

„Einige unserer Kunden kommen täglich, andere nur ein oder zwei Mal in der Woche – das kann jeder individuell gestalten“, betont Wilimzig. Angefangen mit vier Senioren, sind es jetzt bereits 13, von denen im Schnitt immer sechs bis acht am Tag das Angebot annehmen. Dabei werden sie nicht nur morgens aus Nortorf mit einem der Busse abgeholt, einige kommen auch aus Stafstedt, Stampe, Melsdorf und Flintbek. „Dadurch, dass wir nur mit wenigen Kunden angefangen haben, ist die Gruppe Stück für Stück gewachsen und hat dadurch einen familiären Charakter bekommen“. Interessenten können bei einem „Schnuppertag“ schon einmal die Gruppe kennen lernen, ohne sich festlegen zu müssen. Schließlich müssen sie sich ja auch zwischen den anderen Gästen wohlfühlen.

Während das Pflegeheim „Haus Simeon“ den stationären Aufenthalt anbietet, hat die Pflege Diakonie ihr Serviceangebot um das Essen auf Rädern und den ambulanten Pflegedienst nun mit der Tagespflege um einen weiteren Punkt erweitert. „Unser Ziel ist es, das Leben im eigenen Wohnraum so lange wie möglich zu unterstützen“, sagt Ertugrul.

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