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Karate : Selke Ilgner erneut auf Europas Thron

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Selke Ilgner vom SSV Nübbel hat bei den Karate-Europameisterschaften in der Stilrichtung Wado Kai ihren Titel verteidigt. Robin Endricat und Jermaine Shakchir gewannen jeweils die Bronzemedaille.

Die Sekunden nach dem Schlussgong kamen Selke Ilgner wie Minuten vor. Die Zeit im Centre National Sportif et Culturel, dem größten Sportzentrum Luxemburgs, zog sich quälend langsam dahin. Und immer wieder beschäftigte Ilgner in die Frage, wie die Kampfrichter wohl entscheiden würden. Im Finale der Karate-Europameisterschaft in der Stilrichtung Wado Kai war in der Klasse U21 (offen) weder der Kämpferin des SSV Nübbel noch ihrer Gegnerin, der Lokalmatadorin Cassy Schmit, eine punktbringende Technik geglückt. Zwei Minuten lang hatten beide Kontrahenten nach einer Schwäche der Gegnerin gesucht – aber keine gefunden. Das von Taktik geprägte Finale endete 0:0. Nun sollten die Kampfrichter darüber urteilen, wer sich Gold schmücken durfte und wer sich mit Silber begnügen musste. Ilgner: „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass Schmit wegen des Heimvorteils gewinnen würde.“ Doch drei der fünf Kampfrichter hielten eine blaue Fahne in die Höhe, nur zwei eine rote. Blau war Ilgners Farbe, die ihren im Vorjahr gewonnenen Titel damit verteidigt hatte.

„Diese Goldmedaille ist noch schöner als die im Vorjahr, weil dieses Mal der Druck größer war. Ich musste meine Leistung bestätigen. Im Vorjahr hatte ich nichts zu verlieren, dieses Mal den Titel.“ Doch keiner Gegnerin gelang es, die Titelverteidigerin zu besiegen. Weder der Französin Leslie Foy in der Vorrunde (4:0), noch der Schottin Kate Holligan im Halbfinale (2:0). Finalgegnerin Carry Schmit war zwar ebenbürtig, aber auch nicht stark genug, um die Titelverteidigerin vom Thron zu stoßen. „Fantastisch, dass es wieder geklappt hat“, freute sich Ilgner.

Nach dem erneuten Triumph in der Klasse U21 (offen) und einer kurzen Erholungspause wurden der Nübbelerin anschließend in der Klasse der weiblichen Senioren (+61 kg) dann allerdings die Grenzen aufgezeigt. Bereits in der ersten Runde unterlag Ilgner der späteren Europameisterin Elena Quirici aus der Schweiz mit 0:2. Im Kampf um Platz folgte eine weitere Niederlage. Und so blieb für Ilgner nach dem 1:4 gegen die Italienerin Francesca Sini „nur“ der fünfte Platz – was auch der körperlichen und mentalen Erschöpfung aus dem vorangegangenen Wettbewerb geschuldet war. Die Bilanz fiel trotzdem positiv aus. „Mit der Titelverteidigung habe ich nicht gerechnet. Von daher bin ich überglücklich.“

Der Triumph wurde am Abend auf der großen Abschlussparty mit allen Sportlern ausgiebig gefeiert. Auch Ilgners Teamkollegen Jermaine Shakchir und Robin Endricat hatten dort allen Grund, sich zu amüsieren, denn sie traten ebenfalls mit einer Medaille im Gepäck die Heimreise an. Shakchir wurde in der Klasse U16 (+63 kg) ebenso Dritter wie Endricat bei den Senioren (-75 kg). Dabei begannen die Kämpfe vor allem für Shakchir unglücklich. In seinem ersten Fight gegen den späteren Vize-Europameister Aaron Jardine aus Schottland führte der Nübbeler schon mit 3:0, kassierte aber wegen unsauberer Techniken einige Verwarnungen, so dass er sich keinen „Fehltritt“ mehr leisten durfte. Das nutzte der Schotte aus und drehte den Kampf mit 5:3 noch zu seinen Gunsten. In der Trostrunde zeigte Shakchir dann aber noch einmal seine ganze Klasse und fegte im Kampf um Platz 3 den Ungarn Bence Mesz mit 8:0 von der Matte.

Endricat startete mit Siegen über den Schotten Jamie Bradley (4:3) und den Rumänen Mihai Plop (3:2) in den Wettbewerb. Im Halbfinale war der Franzose Daniel van Vu dann aber eine Nummer zu groß. Der spätere Silbermedaillengewinner gewann 5:0. Im Kampf um Platz 3 setzte sich Endricat in einem spannenden Duell mit 5:4 gegen den Niederländer Dylan van Moerkerk durch und rundete einen, wie es Heimtrainer Axel Behrendt ausdrückte, „sensationellen Tag für den SSV Nübbel“ mit einer weiteren Bronzemedaille ab.

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erstellt am 04.Nov.2015 | 06:00 Uhr

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