„Langer Tag der Kultur“ : Selbst das Gericht wurde zur Bühne

Das „Urteil des Paris“: Die Pantomimengruppe von Sabine Goedje brachte die Geschichte aus der griechischen Mythologie auf die Bühne auf dem Paradeplatz.
Das „Urteil des Paris“: Die Pantomimengruppe von Sabine Goedje brachte die Geschichte aus der griechischen Mythologie auf die Bühne auf dem Paradeplatz.

Bei „Langen Tag der Kultur“ wurden an teils ungewöhnlichen Schauplätzen Lesungen, Musik, Theater und alte Technik gezeigt.

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28. Mai 2018, 09:29 Uhr

Rendsburg | Der „On Stage Chor“ sang im Neuen Rathaus. „Conspiracy 17“, die Big-Band der Musikschule, spielte auf einer Bühne auf dem Paradeplatz. Hier war von Freitag bis Sonnabend der Andrang beim deutsch-dänischen Tafelfest (wir berichteten) besonders groß. Sonja Langmack war mit ihrem Puppentheater „Keine Angst vor Knolle“ in der Stadtbücherei zu sehen. Mit einem vielfältigen Programm aus Musik und Tanz, Ausstellungen, Theater und Film sowie Lesungen, Märchen und Führungen zog das „Kulturnetz Region Rendsburg“ beim „Tag der Kultur“ am Sonnabend ein großes Publikum an. Wobei die Schauplätze alles andere als alltäglich waren. Selbst das Treppenhaus des Amtsgericht wurde zum Konzertsaal.

Hier saßen die Besucher auf den Treppenstufen und hörten der Folkband „Hüttenfolk Experiment“ zu, die internationale Folklore spielte. „Der Klang hier ist der Hammer“, begeisterte sich die Musikerin Claudia Sokollek über die Akustik. Die Cellistin und Banjospielerin musizierte mit Nina Heinrich-Wrage und Franz Organista.

Raum 3 des Amtsgerichts war Schauplatz einer Lesung von Lars Bessel. Seine „Geschichten vom alltäglichen Scheitern“ zeigten Fälle auf, die in Itzehoe zur Verhandlung gekommen waren. Bessel wurde begleitet von Gerichtszeichnerin Marion von Oppeln, die während der Lesung Skizzen von Zuhörern anfertigte.

Zu einem „Gastspiel“ war das Schallplattenmuseum Nortorf in das Eisenkunstgussmuseum nach Büdelsdorf gekommen. In der Ausstellung „Vom Phonographen zur High Fidelity“ zeigten Lutz Bertram und Thomas Perkuhn an Exponaten die Entwicklung vom Trichtergrammophon von 1913 bis zum Telefunken-Plattenspieler aus den 1980-er Jahren. Besucher Dietmar Lippich aus Klietz in Sachsen-Anhalt, der in Rade bei Rendsburg Urlaub macht, war begeistert. „Es ist wichtig, dass die Technik von früher in Erinnerung bleibt.“

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