Jubiläum : Seit 75 Jahren mit Doppelnamen

Am 1. April 1938 wurde aus zwei Dörfern die Gemeinde Hanerau-Hademarschen.

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18. März 2013, 08:30 Uhr

HANERAU-HADEMARSCHEN | Vor 75 Jahren wurde aus den bis dahin unabhängigen Dörfern Hademarschen und Hanerau die Gemeinde "Hanerau-Hademarschen". Anlässlich dieses Jubiläums fand in der "Alten Scheune" von Gut Hanerau ein Gemeindeempfang statt, bei dem sich Kreispräsident Lutz Clefsen, Ex-Amtsvorsteher Klaus Bock und Liedertafel-Dirigent Heinz Bauer ins "goldene Buch" der Gemeinde eintragen durften. Mit Ehrentellern der Gemeinde wurde vier Vereinsjubiläen gewürdigt: 170 Jahre Liedertafel, 125 Jahre TSV Vorwärts, 100 Jahre SV Merkur und 100 Jahre SPD-Ortsverein.

"Wir veranstalten in unregelmäßigen Abständen Gemeindeempfänge, um all denjenigen Dank zu sagen, die sich ehrenamtlich engagieren", erklärte Bürgermeister Volker Timm bei seiner Begrüßung, "denn diese ehrenamtliche Tätigkeit ist gar nicht hoch genug zu bewerten." Timm erläuterte zunächst die Symbolik des Hanerau-Hademarscher Gemeindewappens und wandte sich dann der Flagge des Amtes Mittelholstein zu: "Da werden die 30 Amtsgemeinden durch einen Ring von 30 Kleeblättern repräsentiert - und das Kleeblatt ganz oben ist Hanerau-Hademarschen."

Als "ehemalige Homarscher Deern" sei es eine ganz besondere Ehre für sie, ein Grußwort beim Gemeindeempfang zu sprechen, betonte Amtsvorsteherin Edith Kühl. "75 Jahre wären in Bezug auf eine Ehe eine Kronjuwelenhochzeit", bemerkte die Bürgermeisterin von Nindorf, "aus einer sogenannten Zwangsehe hat sich Hanerau-Hademarschen zu einer großen Gemeinde und zu einem von drei Stützpfeilern unseres Amtes Mittelholstein entwickelt."

Wie Hanerau und Hademarschen zu dem sie seit nunmehr 75 Jahren vereinenden Bindestrich kamen, das erläuterte der Historiker Hans Wilhelm Schwarz. Die treibende Kraft bei der Zwangsfusion von Hanerau und Hademarschen sei der Landrat Wilhelm Hamkens gewesen, der auf der Grundlage einer neuen Gemeindeordnung 1937 die Zusammenlegung der benachbarten Orte unter dem Gemeindenamen "Hademarschen" forderte. Haneraus damaliger Bürgermeister Adolf Lange lehnte den Zusammenschluss kategorisch ab, während sein Hademarscher Kollege Max Feldhusen eine positive Stellungnahme abgab. Am 24. Dezember 1937 trat ein Erlass in Kraft, wonach die neue Großgemeinde "Hademarschen" am 1. April 1938 gegründet werden sollte.

Die Hanerauer wollten aber den Verlust ihres Ortsnamens nicht hinnehmen. "Die Hanerauer schafften es - mit welchen Mitteln auch immer - Hamkens auf ihre Seite zu ziehen", berichtete der gebürtige Hademarscher Schwarz, "das hatte wohl was mit der Jagd im Revier Rehers zu tun." Der Erlass wurde abgeändert, und die aus dem Zusammenschluss entstandene Gemeinde bekam den Doppelnamen "Hanerau-Hademarschen". "Ernsthafte Teilungspläne hat es nach 1945 nicht gegeben", stellte Schwarz fest, "man hatte wohl eingesehen, dass die Zusammenlegung doch richtig und notwendig war."

"Wir wissen um die Bedeutung des ländlichen Raums und der zentralen Orte", betonte Kreispräsident Lutz Clefsen, nachdem er sich ins "goldene Buch" der Gemeinde eingetragen hatte, "Hanerau-Hademarschen kann stolz sein auf seine regen Vereine, die für die Lebendigkeit des Ortes sorgen."

Nach Clefsen trugen sich auch noch Klaus Bock (von 1998 bis 2011 Amtsvorsteher des Amtes Hanerau-Hademarschen) und Heinz Bauer (ehemaliger Dirigent des Amtsfeuerwehrmusikzuges und seit 36 Jahren Chorleiter der Hademarscher Liedertafel) ins "goldene Buch" ein. Anschließend verteilte Bürgermeister Timm Ehrenteller an vier Vereine, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern: die Liedertafel (170 Jahre), den TSV Vorwärts (125 Jahre), den SV Merkur (100 Jahre) und den SPD-Ortsverein (ebenfalls 100 Jahre).

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