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Ab aufs Wasser : Segler holen ihre Schätze aus dem Winterlager

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Viele Wassersportler nutzen die ersten milden Frühlingstage, um ihre Boote fit für die Saison zu machen.

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 10:02 Uhr

Herrlicher Sonnenschein am Wochenende, milde Temperaturen, so gut wie kein Wind – da juckte es Jürgen Brien auf den Nägeln. Den 76-Jährigen zog es ans Wasser. Auf dem Gelände des Obereider-Yachtservice’ in Rendsburg wartete sein Boot „Logos“ darauf, fit für die Saison gemacht zu werden. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – Brien weiß, woher dieser Satz kommt: Mit Schleifmaschine, Lack und Pinsel machte er sich unter einem stahlblauen Himmel an die Arbeit. Sein 6,50 Meter langes Holzboot hatte er 1984 gebraucht gekauft. „Das war eine Ruine“, erinnerte sich der Rentner an die Anfänge. „Drei Jahre lang habe ich daran gebaut und unter anderem die kompletten Aufbauten erneuert.“

Auch heute sei sein Motorboot noch ein „Bastelschiff“, meinte Brien. Wenn er im Sommer darauf sitze, fiele ihm immer wieder etwas auf, was er noch ausbessern könnte. Sein Boot liegt in der Saison in Heiligenhafen. Seit der Skipper vor einigen Jahren nach Westerrönfeld gezogen ist, kommt die „Logos“ im Winter in Rendsburg an Land. Von Heiligenhafen fährt er gelegentlich mal auf die Ostsee raus oder macht einen Kurztörn nach Schwerin. „Aber ich bin kein reisefreudiger Typ“, räumte Brien ein. Er genieße die Zeit auf seinem Boot im Hafen. Immerhin fahre er zweimal im Jahr die Strecke zwischen Heiligenhafen und Rendsburg, scherzte Brien.

Seit mittlerweile elf Jahren betreibt Gerrit Wendland sein Unternehmen „Obereider-Yachtservice“ am Ufer des Obereider-Sees. „Das Wassersport-Revier ist exorbitant gut, wird aber von der Stadt Rendsburg sträflich vernachlässigt“, kritisierte der 66-Jährige. Am Nord-Ostsee-Kanal gebe es keine Hinweisschilder auf die Häfen an der Obereider. Zudem fehle es an Liegeplätzen für größere Segler. Vom Schloßplatz habe man zwar einen wunderschönen Blick auf die Eider, sehe aber nur Wasser, keine Schiffe. „Weil es am Obereiderhafen keine Poller gibt, kann hier kein Traditionssegler anlegen“, meinte Wendland, der sich selbst „Mr. Obereider“ nennt. Die Stadt würde hier eine große Chance vertun. „120 alte Segelschiffe mit jeweils 20 bis 30 Leuten drauf“ könnten nach seiner Schätzung jährlich einen Halt in Rendsburg machen, wenn geeignete Liegeplätze vorhanden wären.

Neben Seglern wie Jürgen Brien nutzten viele Spaziergänger die ersten richtigen Frühlingstage, um sie im Freien zu verbringen. Besonders gut besucht waren die Ziele an Kanal und Eider.

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