Altes Schmuckstück : Segelkutter vor dem Verfall bewahrt

Zeigen stolz den Segelkutter: Martin Collberg von der Lürssen-Kröger-Werft, RVR-Vorsitzender Wolfgang Storm und Vorstandsmitglied Axel Strauß (von links).
Zeigen stolz den Segelkutter: Martin Collberg von der Lürssen-Kröger-Werft, RVR-Vorsitzender Wolfgang Storm und Vorstandsmitglied Axel Strauß (von links).

Lürssen-Kröger Werft stellt Regatta-Verein 60 Jahre altes Schiff zur Verfügung. Auszubildende restaurierten das Boot.

shz.de von
01. Juni 2018, 09:01 Uhr

Rendsburg | Der Regatta-Verein Rendsburg (RVR) hat einen Segelkutter für die Jugendabteilung erhalten. Die Lürssen-Kröger Werft aus Schacht-Audorf stellt das Neun-Meter-Boot den Skippern während der Sommermonate zur Verfügung. Im Winter wird es im Unternehmen eingelagert.

„Der Kutter ist vor 60 Jahren von Lehrlingen der Werft gebaut worden“, berichtete Martin Collberg, Projektmanager bei Lürssen-Kröger. Aber das Boot sei nicht genutzt worden. „Es verrottete zusehends.“ Es sei veräußert und vor vier Jahren von der Werft zurückgekauft worden. Die Auszubildenden restaurierten den Segelkutter. „Und danach lag er wieder nur rum.“ Das Boot stellt einen erheblichen Wert dar: Neu würde es 30 000 bis 40 000 Euro kosten.

„Schade um solch ein solides Schiff. Eicheplanken auf Eichespanten – so etwas bekommt man heute nicht mehr“, bemerkte RRV-Vorsitzender Wolfgang Storm. Er freute sich über die Entscheidung der Werft, den Segelkutter dem Regattaverein zur Nutzung bereitzustellen. Auf der Obereider soll das Boot für die Segelausbildung aufs Wasser. „Aber auch unsere Azubis und Mitarbeiter sollen damit segeln können. Denn Segeln formt den Charakter“, betonte Collberg. Auf dem neun Meter langen und 2,50 Meter breiten Boot können bis zu zehn Personen mitsegeln. „An Bord geht alles von Hand. Es gibt keine Winschen und keinen Motor“, verdeutlichte Storm. Die Schüler würden das Segelhandwerk wie in alten Zeiten erlernen. Für den Verein bedeute der Segelkutter mehr Vielseitigkeit in der Ausbildung, betonte Storm.

Collberg zeigte sich zufrieden, dass der Kutter wieder sinnvoll genutzt wird. „So ein Schiff muss ins Wasser.“ Er hob die Verbundenheit der Lürssen-Kröger-Werft mit der Region hervor und hofft, dass durch das Boot auch Werftmitarbeiter Interesse am Segeln bekommen.

Der RVR bietet eine Segelausbildung auf Optimisten, Jollen, Kuttern und Dickschiffen an. Trainingszeiten sind montags und mittwochs. Weitere Infos gibt es unter www.regatta-verein-rendsburg.de.

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