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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Seehund schwimmt durch den Nord-Ostsee-Kanal bis nach Breiholz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ungewöhnliche Entdeckung am Fähranleger. Ausgewachsenes Tier offenbar auf Nahrungssuche.

Die Schwestern Lisa (12) und Laura Klemt (16) glaubten ihren Augen kaum, als sie gestern Morgen mit ihrer Mutter an der Fährstelle Breiholz den Nord-Ostsee-Kanal überquerten: Am Ufer direkt am Wasser hatte es sich ein Seehund bequem gemacht. Nachdem sie ein Foto von dem ungewöhnlichen Besucher geschossen hatten, ließ er sich auch schon wieder in den Kanal gleiten und verschwand unter der Wasseroberfläche.

Dass sich ein Exemplar dieser Meeressäuger-Art so weit durch den Nord-Ostsee-Kanal ins Landesinnere vorwagt, ruft in Breiholz großes Erstaunen hervor. „Ich bin in den vergangenen Tagen mehrfach darauf hingewiesen worden“, sagte Bürgermeister Martin Schmedtje über den seltenen Besuch. Laut Wasser- und Schifffahrtsamt habe der Schiffsführer der Breiholzer Fähre das Tier das erste Mal am vergangenen Wochenende in der Nacht auf Sonntag gesehen.

Der Bürgermeister informierte die Seehundstation Friedrichskoog über die Entdeckung. Dort waren die Mitarbeiter nicht so überrascht. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagte Mitarbeiterin Eva Baumgärtner auf Nachfrage der Landeszeitung. Es komme durchaus vor, dass „Seehunde von der Nordsee aus eine Zeit lang ins Binnenland schwimmen und sich dort den Bauch vollschlagen“, so die Expertin. Für ihre Besuche nutzen sie die Schleuse in Brunsbüttel. Das passiere ein- bis zweimal im Jahr. Wenn sie satt sind, nehmen sie Baumgärtner zufolge den gleichen Weg zurück: „Dann lassen sie sich wieder ausschleusen“, sagte sie. Der zuständige Seehundjäger ist bereits vor Ort gewesen, um das Tier zu begutachten. Auf jeden Fall handele es sich um einen ausgewachsenen Seehund. Ob es ein männliches oder weibliches Exemplar ist, sei nicht zu erkennen gewesen. „Es macht einen guten Eindruck und ist nicht verletzt“, so Baumgärtner. Deshalb brauche es keine Hilfe. „Nach ein paar Tagen wird der Seehund wieder verschwunden sein.“

Sie wies darauf hin, dass es sich um ein Wildtier handelt, das auch zubeißen kann. „Wenn es sich bedrängt fühlt, kann es böse Wunden geben.“ Deshalb sollten Spaziergänger und Hunde Abstand halten, wenn sie den Seehund sehen.

Martin Schmedtje nimmt den Besuch mit Humor: „Es ist eben immer ein Erlebnis, mit der Breiholzer Fähre zu fahren.“

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erstellt am 07.Dez.2015 | 19:12 Uhr

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