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Owschlag : Seehotel wird zum Flüchtlingsdomizil

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Amt kauft das „Försterhaus“. Unterbringungsmöglichkeit für 80 Asylbewerber. Hüttener Berge erhöht seinen Stellenplan.

von
erstellt am 23.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Das Amt Hüttener Berge hat das Seehotel Försterhaus in Owschlag gekauft. In dem Restaurant- und Hotelgebäude sollen ab Mitte November 60 bis 80 Flüchtlinge einquartiert werden. Der Amtsausschuss hat auf seiner Sitzung in am Montagabend in Holtsee im nicht-öffentlichen Teil den Kauf mehrheitlich beschlossen. „72 Personen sind derzeit im Amtsbereich untergebracht“, sagte Amtsdirektor Andreas Betz, „72 werden noch in diesem Jahr kommen.“ Und auch für 2016 werden ähnlich viele Menschen erwartet. Für 110 Asylbewerber hat das Amt Wohnraum angemietet und verfügt außerdem über die Unterkunft in Ramsdorf. „Jetzt gehen uns die Wohnungen langsam aus“, so Betz.

Neben dem Försterhaus als Unterkunft wurden vom Amtsausschuss auch noch andere Varianten geprüft. Ein Containerdorf oder Häuser in Leichtbauweise sollten aber letztlich aus Kostengründen nicht realisiert werden. „Ich glaube, wir haben mit dem Försterhaus die beste Lösung gefunden“, sagt Betz auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Man habe sich die Entscheidung allerdings auch nicht leicht gemacht. „Anderenfalls hätten wir auf öffentliche Einrichtungen zurückgreifen müssen“, so Betz, beispielsweise auf die Dorfgemeinschaftshäuser. „Dieses Szenario konnten wir zum Glück abwenden.“

Eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber sei eigentlich das erklärte Ziel der Verwaltung gewesen, sagte Amtsvorsteher Gero Neidlinger. Das, so vermutet der Borgstedter, hätte auch der Integration gut getan. Aber letztlich fehlte es an Wohnraumangeboten. Die zentrale Unterbringung der Menschen erleichtere aber die Betreuung, sagt Owschlags Bürgermeisterin Christian Ostermeyer. Die Gemeindechefin hätte das Försterhaus gerne als Hotel behalten, doch das sei nach Rücksprache mit dem Inhaber unrealistisch gewesen.

Bis zum 1. November wird der normale Hotelbetrieb weiterlaufen, dann übernimmt das Amt. Leerstand wäre die Alternative gewesen. „Das Försterhaus kann schnell als Wohnraum fürr Flüchtlinge genutzt werden“, betonte Ostermeyer, aufwendige Sanierungsarbeiten sind nicht erforderlich. Nach dem Gebäude in Ramsdorf ist das Försterhaus dann die zweite Gemeinschaftsunterkunft in der Gemeinde.

Im Zuge des Kaufs hat der Amtsausschuss außerdem beschlossen, einen Betreuer sowie einen Hausmeister einzustellen.

Finanziert wird der Kauf des Försterhauses über eine Kreditaufnahme. Über den Kaufpreis wurde Geheimhaltung vereinbart. „Wir werden die Amtsumlage auch im nächsten Jahr nicht erhöhen müssen“, betonte Betz gegenüber unserer Zeitung. Über das Asylbewerberleistungsgesetz erhält das Amt Mieteinnahmen. Außerdem gibt es eine Pauschale von einmalig 900 Euro pro Person.

Gestern wurden die Owschlager Bürger auf der Einwohnerversammlung über die neue Nutzung des Försterhaus informiert. Ein früherer Zeitpunkt hätte aber das ganze Projekt gefährdet, erläutert Christiane Ostermeyer. 

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