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Untersuchung beginnt : Sechs Stunden Präzisionsarbeit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Reibungsloser Abbau der beschädigten Schwebefähre. Antriebseinheit folgt in einer Woche. Erst danach beginnt Kanalamt mit Inspektion.

Die Schwebefähre hängt nicht mehr unter der Eisenbahnhochbrücke. In einer rund sechsstündigen Aktion wurde das Wahrzeichen der Region gestern demontiert und auf einem Ponton in den Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Rendsburg gebracht. Dort soll die nach der Kollision mit einem Frachter am 8. Januar stark lädierte Fähre untersucht werden.

Der Abbau und der Abtransport – so verliefen die entscheidenden Stunden:

8 Uhr: Dichter Nebel – der Beginn der Aktion verzögert sich, weil der Schlepper mit dem Ponton den Kanal nicht befahren darf. Außerdem dürfen Arbeiter die Eisenbahnhochbrücke wegen der schlechten Sicht nicht betreten. „Kein Problem“, sagt Ralf Rohwer, Geschäftsführer der Firma Rohwer Stahl- und Metallbau aus Nortorf, die den Auftrag zum Abhängen der Schwebefähre erhalten hat. „Wir haben einen Zeitpuffer.“

8.30 Uhr: An beiden Seiten des Kanals treffen immer mehr Schaulustige ein.

8.48 Uhr: Der Nebel hat sich gelichtet, der Schlepper mit dem Ponton macht unter der Eisenbahnbrücke fest. Der 37 Tonnen schwere Fährkörper wird mit vier Kettenzügen um wenige Zentimeter angehoben. Danach wird der Fahroberwagen, der nicht mehr elektrisch betrieben werden kann, Zentimeter für Zentimeter mit Seilzügen in Richtung der Plattform verschoben.

9.20 Uhr: Arbeiter schichten jeweils elf dicke Balken auf, die so genannten Pallhölzer. Auf diesen vier Stapeln wird die Schwebefähre aufgebockt.

9.50 Uhr: Das letzte von acht Schrägseilen, die jeweils 350 Kilogramm wiegen und mehr als 30 Meter lang sind, wird mit einem Schneidbrenner gelöst.

10.05 Uhr: Die Fähre schwebt genau über den vier Stapeln aus jeweils elf Pallhölzern. Jetzt wird sie über die vier Kettenzüge zentimeterweise heruntergelassen, bis sie fest aufliegt. Zusätzlich wird die Fähre mit Ketten gesichert.

10.14 Uhr: Der Frachter „Amber Spirit“ passiert den Ponton mit der Schwebefähre. „Wir haben genau unser Zeitfenster genutzt“, freut sich Ralf Rohwer. Die Verkehrsleitzentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes hat den Schiffsverkehr so reguliert, dass während der Arbeiten zwischen 8.30 Uhr und 10 Uhr kein Frachter den Bereich befährt. Bevor der Ponton wieder ablegen kann, muss der Oberwagen der Fähre wieder mit Seilzügen an das Südufer gezogen werden. Dieses Manöver zieht sich bis 11.30 Uhr hin, weil wegen des laufenden Bahnverkehrs immer wieder Pausen eingelegt werden müssen.

11.24 Uhr: Die bis auf den Kanalgrund reichenden Stelzen, die den Ponton am Kanalufer in einer stabilen Position halten, werden eingezogen.

11.38 Uhr: Der Schlepper mit dem Ponton legt ab, dreht auf dem Kanal und fährt zu dem wenige hundert Meter entfernten Bauhof des WSA an der Blenkinsopstraße im Schatten der Schleife.

11.57 Uhr: Die schwimmende Schwebefähre trifft ein. Ein gelber 220-Tonnen-Kran der Firma Sünkler aus Kiel geht in Stellung. Zwei Stunden dauert es, bis er einsatzbereit ist.

13.58 Uhr: Jetzt wird’s wieder spannend. Arbeiter schlagen die Sicherungsketten ab. Zentimeter für Zentimeter hebt der Kran die Schwebefähre von der Plattform. Sie schwebt doch noch einmal – ein letztes Mal für längere Zeit.

14.10 Uhr: Die Fähre hat jetzt festen Boden unter sich. Sie liegt auf dem Freigelände des WSA-Bauhofs, wo sie ab Mitte kommender Woche auf Schäden untersucht wird. Bevor die Inspektion beginnt, muss noch ihr Antrieb, der 41 Tonnen schwere Fähroberwagen, abmontiert und ebenfalls in die Werft gebracht werden. Für dieses Manöver hat die Kanalverwaltung den kommenden Dienstag bzw. Mittwoch vorgesehen.

14.30 Uhr: Matthias Visser, Sprecher des WSA, zeigt sich zufrieden. „Heute war ein guter Tag. Aber wenn die Fähre wieder aufgehängt wird, ist es noch ein viel besserer Tag.“ Auch Ralf Rohwer, Chef des Abbau-Trupps, ist erleichtert. „Bis auf den Nebel am Morgen lief alles besser als erhofft.“ Zufrieden sei man aber erst, „wenn auch die Demontage des Oberwagens am Dienstag ebenfalls reibungslos verläuft“.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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