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Sturm : „Sebastian“ wirbelt in Rendsburg-Eckernförde alles durcheinander

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der erste Herbststurm des Jahres führt am Mittwoch unter anderem zur Vollsperrung der Rader Hochbrücke.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 08:45 Uhr

Kalendarisch ist noch Sommer. Aber über Schleswig-Holstein fegte gestern mit „Sebastian“ der erste Herbststurm des Jahres über das Land. Die Region um Rendsburg war durch die Vollsperrung der Rader Hochbrücke besonders betroffen.


 

Rade bei Rendsburg

 

Auf der Rader Hochbrücke kippte gestern ein Lkw-Anhänger um. Der 34-jährige Fahrer eines Zwölftonners war Richtung Süden unterwegs, als der Sturm gegen 14.30 Uhr seinen Vier-Tonnen-Anhänger umblies. Genau über dem Nord-Ostsee-Kanal, etwa 100 Meter südlich des Scheitelpunkts der Brücke, ragte das Gefährt in die Gegenfahrbahn. Die Polizei sperrte den Verkehr auf der Rader Hochbrücke. Da zudem die Gefahr bestand, dass der Anhänger wegen des Sturmes über die Brücke geweht werden könnte, wurde zusätzlich der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Ost-West-Richtung gesperrt. Verletzt wurde niemand. Die Ladung war nach Auskunft der Polizei ungefährlich. Die Bergung des Lkw konnte erst mit Verzögerung gegen 16.15 Uhr beginnen. Das Abschleppunternehmen hatte große Schwierigkeiten, zur Unfallstelle zu gelangen, da die Verkehrsteilnehmer keine vernünftige Rettungsgasse bildeten. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Gegen 17.15 Uhr war der Verkehr auf allen Wegen wieder freigegeben.

 

HOHENWESTEDT

 

Am frühen Nachmittag machte sich „Sebastian“ in Hohenwestedt mit ersten Böen bemerkbar. Die Cafés und Imbissläden in der Lindenstraße hatten ihre Tische und -Stühle zu diesem Zeitpunkt schon ankettet oder nach drinnen gebracht. An den Eingängen zum Park Wilhelmshöhe hieß es: „Betreten verboten! Lebensgefahr!“ Wie bei den Herbststürmen der vergangenen Jahre hatten die Gemeindewerke alle Zugänge zum Park aus Sicherheitsgründen wieder abgesperrt. Um 14 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr Hohenwestedt zu ihrem ersten „Sebastian“-bedingten Einsatz aus. Auf einer Seitenstrecke der Kreisstraße 26 in Rade bei Hohenwestedt waren Bäume durch den Wind in die Fahrbahn hineingedrückt worden. Auch die Feuerwehr Tappendorf-Rade war alarmiert worden. Die Feuerwehrleute hatten anlässlich des Sturmtiefs keinen außerplanmäßigen Bereitschaftsdienst in der Feuerwache in der Rektor-Wurr-Straße eingerichtet. „Wenn entsprechende Alarm-Meldungen bei uns eingehen, fahren wir los“, erklärte Wehrführer Stefan Kanschat. „Die Gemeindewerke und Straßenmeisterei, die eigentlich für die Befahrbarkeit der Straßen zuständig sind, sind schon mit ihren kompletten Mannschaften unterwegs.“

 

Nortorf

 

Thomas Schröder, Wehrführer der Feuerwehr Nortorf, sagte, dass die Feuerwehren nicht in der Wache auf den Einsatz warteten. Sollten aber die Melder gehen, seien die Kettensägen für den Einsatz geschärft. Bis zum Redaktionsschluss wurden allerdings keine nennenswerten Einsätze gemeldet.

 

Rendsburg

 

Die Rendsburger Feuerwehr war ab 14.45 Uhr im Einsatz. Bis 17 Uhr rückte sie zu sechs Sturmschäden aus. Am Ostlandhochhaus lösten sich Teile der Dachpappe. Auf die Aalborgstraße fiel ein Ast, den die Feuerwehr mit Muskelkraft beiseite räumte. In der Breslauer Straße stürzte ein Baum auf einen Pkw. Am Real-Markt an der Schleswiger Chaussee drohte ein Fahnenmast umzukippen. Ein Fehlalarm löste einen Feuerwehreinsatz an der Dänischen Schule aus. In der Parkanlage an der Obereider brach ein größerer Ast ab. Durch den Unfall auf der Rader Hochbrücke staute sich der Verkehr in weiten Teilen Büdelsdorfs und Rendsburgs. Viele Lkw mit ausländischen Kennzeichen zwängten sich durch die Straßen. Bis zum Abend gab es im Rendsburger Stadtgebiet keine Verletzten.

 

Der Bahnverkehr war mehrere Stunden stark beeinträchtigt: Zwischen circa 18 Uhr und mindestens bis 21.45 Uhr fuhren keine Züge zwischen Hamburg und Flensburg. Im Kreisgebiet waren unter anderem die Haltestellen Nortorf, Rendsburg und Owschlag von den Ausfällen betroffen. Erst in der Nacht sollten die Züge wieder planmäßig unterwegs sein. Auch zwischen Husum und Kiel wurde der Regionalbahnverkehr zeitweise komplett eingestellt.

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