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Christopher Street Day : Schwusos: Aufklärung statt Provokation

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die aktuelle Debatte rund um die Idee, erstmals einen Christopher Street Day (CSD) in Rendsburg zu veranstalten, beobachten die schleswig-holsteinischen Schwusos mit gemischten Gefühlen.

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erstellt am 17.Apr.2014 | 09:56 Uhr

Die aktuelle Debatte rund um die Idee, erstmals einen Christopher Street Day (CSD) in Rendsburg zu veranstalten, beobachten die schleswig-holsteinischen Schwusos mit gemischten Gefühlen. „Was in Kiel und Lübeck zu einer traditionellen Veranstaltung geworden ist, die zum Teil weit über tausend Besucherinnen und Besucher anzieht, soll in Rendsburg ein Problem sein?“, fragt sich Gerrit Köhler, Landesvorsitzender der AG Lesben und Schwule in der SPD Schleswig-Holstein (Schwusos SH). Köhler kann sich nicht vorstellen, dass Rendsburg ein intolerantes Pflaster ist oder das hier deutlich mehr offen homophobe Mitmenschen als anderswo leben. „Unwissenheit führt zu Vorurteilen und Vorurteile zu Reaktionen, wie man sie vielfach auf Facebook lesen konnte“, erklärt er in einem Schreiben an die Redaktion.

Vor diesem Hintergrund verweist der Schwuso-Landesvorsitzende darauf, dass der CSD kein Karneval ist. Als Frauen verkleidete Männer? Die offensive Zurschaustellung von Fetischen aller denkbaren Art? „Das entspricht nicht dem Sinn einer solchen Veranstaltung“, erklärt Köhler. Viel mehr gehe es um die Rechte von Homosexuellen und um ihre volle rechtliche Gleichstellung. Köhler weist darauf hin, dass der „Schwulenparagraph“ 175 erst im Jahr 1994 komplett abgeschafft wurde. Und seit 2001 können Lesben und Schwule in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. „Seither wurde das Lebenspartnerschaftsgesetz immer wieder überarbeitet, entspricht aufgrund konservativer Mehrheiten im Bund aber auch heute noch nicht dem Status einer Ehe“, betont Köhler.

Nach seiner Ansicht zeigten die Reaktionen zum CSD Rendsburg mehr als deutlich, wie es vielen Lesben und Schwulen im Jahre 2014 gehe „und vor allem wie mit ihnen umgegangen wird“. Im Rahmen einer CSD-Veranstaltung planen die Organisatoren daher eine Vielzahl von Informations- und Diskussionsveranstaltungen. „Es geht eben nicht um die Gelegenheit, im Rahmen einer bunten und lauten Parade zu provozieren, sondern vielmehr darum, handfeste Probleme unserer Gesellschaft aufzuzeigen“, sagt Köhler ganz deutlich. Und setzt hinzu: „Ich bin mir sicher, dass Hintergrundinformationen und sachliche Diskussionen zwischen allen Beteiligten sehr bald dazu führen werden, dass sich die Aufregung sehr schnell legen wird“.

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