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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 12:53 Uhr

Schwimmen zwischen Seerosen

vom

Jubiläumsfest: 50 Jahre Freibad in Westerrönfeld / Tunnelbau ermöglichte den Bau / Badegäste genießen das Bad ohne Chlor

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Westerrönfeld | Das Freibad in unmittelbarer Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal lockt seit inzwischen fünfzig Jahren Badelustige an. Das Jubiläum wurde am Sonnabend mit einem Sommerfest gefeiert.

Becken für Nichtschwimmer und Schwimmer sind mit Leinen und einem Steg abgetrennt. Ein Babybecken mit einem aufgeschütteten Sandstrand bietet schon den Kleinsten einen sommerlichen Badespaß. Neben dem Sprungbecken mit einer drei-Meter-Plattform und einem Einmeterbrett wachsen Seerosen - ein echtes Naturbad. Und der Eintritt ist frei.

Die Freiwillige Feuerwehr sorgte bei dem Sommerfest für Aktion. Mit einer großen Plane wurde eine Wasserrutsche gebaut, die von den Kindern und Ju gendlichen immer wieder genutzt wurde. Wasserfontänen aus Feuerwehrschläuchen brachten zusätzlichen Spaß. Joachim "Jo" Lemke, Wirt des Vereinslokals des WSV Holstein, sorgte mit seinem Team bei dem Fest für die Bewirtung der Besucher. Der Erlös der Veranstaltung geht an das Freibad.

Den offiziellen "Jubiläumssprung" vom Drei-Meter-Turm absolvierte Bürgermeister Hans-Otto Schülldorf im geringelten Badeanzug zusammen mit dem Schornsteinfeger Nico Staben. Damit wurde an die Eröffnung vor fünfzig Jahren erinnert, als ebenfalls in Schornsteinfeger in die Fluten sprang. An dessen Seite stand damals die junge Elke Heinz, die spätere langjährige Bürgermeisterin von Westerrönfeld.

Das Freibad verdankt seine Entstehung dem Bau des Fahrzeugtunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal. "Damals konnte das Wasser- und Schifffahrtsamt umgestimmt werden und schüttete die Kuhle nicht wieder zu", berichtete Schülldorf. Die Baugrube wurde geflutet und Westerrönfeld hatte ein Freibad. Claus-Heinrich Kasper als Zeitzeuge erzählte "op Platt", dass damals in den ersten beiden Wochen der Sommerferien dort Schwimmunterricht stattfand. Der verstorbene Lehrer Karl Winzer war der Initiator des kostenlosen Angebots. Später übernahm die inzwischen pensionierte Lehrerin Ingrid Buske den Schwimmkurs. "Damals konnte jedes Westerrönfelder Kind schwimmen", betonte Schülldorf.

Seit 2001 werden jeweils zwei Mitarbeiter des Bauhofs im Sommer für den Betrieb des Freibads abgestellt. In dieser Saison haben die ausgebildeten Rettungskräfte Klaus Bötel und Mike Schulz Dienst. Sie kümmern sich um die Sicherheit der Badegäste und pflegen außerdem das Areal mit der großen Liegewiese und den Schatten spendenden Bäumen.

Dagmar Oef und Renate Langner gehören zu einer Gruppe von "Frühschwimmern", die täglich im Freibad ihre Runden drehen. Sie sind begeistert: "Das Bad ist schnell zu erreichen, der Eintritt ist frei, und wir haben allerbestes Naturwasser ohne Chlor."

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