zur Navigation springen

Umzug von Skulpturen : Schwergewichtige Kunst weicht unterirdischer Kunst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwei Lehmann-Skulpturen machen am Nordkolleg Platz für den Neubau eines Probenraums. Die beiden Kunstwerke ziehen nach Plön um. Die Ausschreibungen für den unterirdischen neuen Raum beginnen demnächst.

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 19:44 Uhr

Die Eiben und Birken mussten schon weichen. Nun auch die Kunstwerke. Vor dem Nordkolleg stehen die Zeichen deutlich auf Veränderung. Es wird Platz geschaffen für einen Neubau – einen unterirdischen Probenraum (wir berichteten).

Fast vierzehn Jahre lang passierten die Besucher sowohl „Diese Drei“ als auch „Earth Spirit“, bevor sie die Bildungseinrichtung betraten. „Sie sind auf jedem Foto zu sehen“, sagt Guido Froese. Er ist seit sieben Jahren Geschäftsführer am Nordkolleg und kennt das Gelände gar nicht anders. Die beiden Werke von Bernhard G. Lehmann waren rechts und links des Weges fest in der Rasenfläche verankert. Jetzt ließ der Künstler sie abholen.

Kein einfaches Unterfangen – denn die Skulpturen sind wahre Schwergewichte. Ein großer Kranwagen war nötig. Im wahrsten Sinne um Haaresbreite passte er durch das weiße Tor, um auf das Gelände zu gelangen. Eine großartige Leistung des Fahrers der Firma Kruse aus Wankendorf, waren sich Lehmann und Froese einig. Dann hob der Kran die Einzelteile auf die Ladefläche. Ganz vorsichtig hantierten die Männer. Die Teile sind zwar schwer, aber der Diabas, der schwarze schwedische Granit, sollte keine Kratzer und Absplitterungen davontragen. „800 Kilo wiegt das schwerste Teil“, erklärte Lehmann.

Auf Gut Wittmold bei Plön werden die Skulpturen einen neuen Standort erhalten. Dort hat Lehmann das Projekt „Seewege“ initiiert, das im vergangenen Jahr eröffnet wurde und in diesem Sommer ab 5. Juli durch Bilder des Rendsburger Fotografen Peter Rathmann erweitert wird. Aber der Weg zu seinen Werken ist dann weiter: Bisher waren es nur wenige Schritte von seinem Atelier in der Waldstraße bis zum Nordkolleg. Natürlich hatten Froese und Lehmann auch überlegt, ob es einen anderen Platz am Nordkolleg für die Skulpturen gegeben hätte. Aber „diese Kunst braucht Raum, um zu wirken“, sagt Froese. Der war für diese Werke nicht vorhanden.

Doch „Kunst weicht Kunst“. Denn der unterirdische Raum, der im vorderen Garten entsteht, wird ein schallgedämmter Musik-Probenraum sein. Die öffentlichen Ausschreibungen beginnen demnächst. „Wir hoffen auf den ersten Spatenstich im August“, so Froese. Im Herbst 2015 wird mit der Fertigstellung gerechnet. Aber die Musiker sind ungeduldig: „Manche fragen jetzt schon, ab wann sie dort proben können“, schmunzelt der Geschäftsführer.

Bernhard G. Lehmann, der in diesem Sommer seinen 70. Geburtstag feiert, wird dann vielleicht etwas Neues für das Nordkolleg schaffen. „Aber ein bisschen traurig bin ich schon“, sagt er mit Blick auf die leere Rasenflächen.

www.seeweg.info, www.nordkolleg.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen