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Gärten in Rendsburg-Eckernförde : Schwelgen im Duft der Rosen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gut Marutendorf, Bambus-Gärtnerei und Hobby-Gärtner in Stafstedt nehmen am Wochenende erstmals an der landesweiten Aktion „Offener Garten“ teil.

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erstellt am 16.Jun.2017 | 12:08 Uhr

Was für ein Empfang. Erst geht es auf einer Schotterstraße durch eine verwunschene Allee aus Kastanien und Linden, die teilweise den Blick auf das Eidertal ermöglicht. Dann öffnet sich der Weg. Von der Sonne beschienen präsentiert sich Gut Marutendorf, dessen Vorderseite nicht verrät, welch rosige Schätze sich hinten im Park versammeln.

Der Duft ist betörend. Angesichts der Fülle ist kaum vorstellbar, dass hier 1989 „keine einzige Blume wuchs“. Das hat Hausherrin Christine Müller seit damals tatkräftig geändert. Ständig möchte man seine Nase in eine weiße, lila oder lachsfarbene Blüte stecken. In der umzäunten ehemaligen Fasanerie bildet die Königin der Blumen eine wunderbare Kulisse vor dem Gemüsegarten. Dahinter liegt eine Steinmauer und „dahinter fängt die Wildnis an“, sagt Christine Müller. Die Wildnis sind Wiesen und alte Bäume im Eidertal. Wo die Wiese gemäht ist, lässt es sich durch den Park mit seinen gewaltigen alten Bäumen spazieren und auf einer blauen Bank Rast machen. „Von hier aus kann man Stück vom Westensee erblicken“, erklärt Tochter Claudia Bassewitz und weist in die Ferne.

Die Ruhe und den Rosenduft können Besucher außerhalb der Aktion „Offener Garten“ erleben, wenn sie sich zum Beispiel auf Marutendorf trauen lassen (ab Juli möglich) und Hochzeit feiern, sich ein Zimmer im Gutshaus oder ehemaligen Pferdestall gemietet haben. Claudia von Bassewitz ist Hotelfachfrau und hat im vergangenen Jahr begonnen, diese Angebote zu etablieren.

Unter dem rotleuchtenden Ziegeldach bei Dörte und Günther Mahrt kann man ebenfalls übernachten. 5000 Quadratmeter ist ihr Stafstedter Grundstück groß, 2000 Quadratmeter davon haben sie in den vergangenen Jahrzehnten zum Gartenparadies gestaltet. Günther Mahrt war Seemann. Seine Liebe zum Wasser wird an mehreren Stellen deutlich: Ein kleiner Bachlauf ergießt sich in einen See mit Fontäne, im Fischteich erfreut ein Ausguck Mensch und Tier. 10  000 Liter fasst der Regenwassertank, den Mahrt in Eigenleistung angelegt hat und der unter einer Laube liegt. „Urlaub machen wir im eigenen Garten“, sagt Dörte Mahrt. Beim „Offenen Garten“ haben sie sich vielfach in fremden Refugien umgeschaut. Nun haben Bekannte sie zum Mitmachen überredet. „Rhododendron, Pfingstrosen und Flieder sind verblüht“, bedauert die Hausherrin. Sie hofft, dass sich am Wochenende die Rosen in voller Pracht entfalten. Als Arbeit betrachten die beiden die Pflege der Pflanzen nicht. „Es ist unser Hobby“, erklären sie übereinstimmend. Und Günter Mahrt meint verschmitzt mit Blick auf die unterschiedlichen Bänke und Stühle, von denen man immer wieder neue Perspektiven genießt: „Wir arbeiten uns von Sitzplatz zu Sitzplatz.“

Während über Marutendorf der Seeadler kreist und auf dem Grundstück ein Eisvogel lebt, beherbergt Carsten Büge in Hohn kleinere Gesellen: Einige seiner Bambuspflanzen sind zusammengebunden. Das bedeutet: Vorsicht – hier befindet sich ein Vogelnest! Der Bambus-Liebhaber hat ein Ziel: „Jeder, der dieses Grundstück verlässt, soll zumindest die Grundlagen über die Pflanze kennen.“ Zum Beispiel, dass es Bambus gibt, dass es die horstbildenden und die ausläuferbildenden Gattungen gibt. Letztere können Gärtner zur Verzweiflung bringen. Aber der Bambus-Fachmann hat Tipps parat, wie sich die Pflanze wirkungsvoll eingrenzen lässt. Mehr als 150 Sorten stehen auf dem Grundstück, fast alle von ihm großgezogen. Büges Kenntnisse sind gefragt, denn er informiert sich genau über den geplanten Standort, bevor er einen Bambus empfiehlt. Wind und Schatten können das Wachstum beeinflussen. „Bringen Sie gerne ein Foto, auch auf dem Handy, mit“, rät er potenziellen Käufern. Immer wieder kommt bei Gesprächen die Bambusblüte zur Sprache. „Der Bambus blüht nur alle 100 Jahre“, weiß der Fachmann. Und wer den Weg zu ihm findet und Zeit hat, dem erzählt er auch, warum. Apropos Weg: Wenn sich die Schotterstraße nach Marutendorf gabelt, dann am besten den rechten Weg wählen.

Hauptwochenende der Aktion ist am 17. und 18. Juni 2017.

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