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Havarie auf NOK : Schwebefähren-Prozess erst im Juni

Der Maschinist der verunglückten Schwebefähre muss sich vor Gericht verantworten. Jetzt steht der Termin fest.


von  Frank Höfer

2018-03-01 10:03:45.0, 2018-03-01 10:03:45.0 Uhr

Der ursprünglich für Ende Februar/Anfang März angekündigte Prozess gegen den Maschinisten der verunglückten Schwebefähre verschiebt sich um mehrere Monate. Verhandelt wird nun am 15. und 22. Juni vor dem Amtsgericht Rendsburg, teilte eine Sprecherin der Justizbehörde unserer Zeitung mit. Die Verzögerung begründete sie mit Terminschwierigkeiten bei den Prozessbeteiligten.

Das Amtsgericht hatte dem 53-jährigen Fährführer einen Strafbefehl über 2400 Euro zugestellt (wir berichteten). Der Fall schien erledigt. Doch die Geldstrafe wollte der Maschinist nicht akzeptieren. „Damit kommt es jetzt zur Hauptverhandlung“, sagte Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft, im Januar. „Wir sehen keine Möglichkeit für eine außergerichtliche Einigung.“ Diese hatte der Anwalt des Fährführers erreichen wollen.

Jetzt muss sich sein Mandant vor Gericht verantworten. Das öffentliche Interesse ist groß. Die Staatsanwaltschaft ist der Überzeugung, dass der Mann auf der Kommandobrücke der Schwebefähre zumindest eine Mitschuld trägt. Der Maschinist habe am Morgen des 8. Januar 2016 fahrlässig gehandelt, so Bieler. Die Schwebefähre stieß in der Dunkelheit mit einem in Richtung Brunsbüttel fahrenden Frachter zusammen und wurde zerstört.

Der Strafbefehl, gegen den Einspruch erhoben wurde, wird vor dem Amtsgericht in eine Anklage umgewandelt. Der Vorwurf darin lautet „fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung“. Denn zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich ein Fahrgast auf der Fähre, er erlitt Prellungen und Schürfwunden. Auch der Maschinist wurde schwer verletzt. Nach Gerichtsangaben sind am ersten Prozesstag sechs Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Am 22. Juni ist keine Beweisführung mehr vorgesehen.

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