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Wartungsarbeiten in Rendsburg : Schwebefähre: Wackelkontakt schuld an Pannenserie

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Grund für die Pannenserie der Schwebefähre ist gefunden. Donnerstag und Freitag ist sie erneut gesperrt.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Seit der Generalüberholung der Schwebefähre Rendsburg im Sommer ist sie von einer nicht enden wollenden Pannenserie geplagt. Aber: Besserung ist in Sicht. „Wir haben den Fehler gefunden“, sagt jetzt Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau. Schuld war laut Visser ein Wackelkontakt in der elektronischen Steuerung. Doch daneben gibt es weitere Mängel an der über 100-jährigen Anlage. Am Donnerstag und Freitag wird die Fähre für erneute Reparaturen zum mittlerweile zehnten Mal innerhalb von drei Monaten gesperrt.

Die Schwebefähre ist neben der Rader Hochbrücke eine wichtige Verbindung über den Nord-Ostesee-Kanal. Sie transportiert täglich hunderte Schüler, Pendler und Touristen kostenlos über die Wasserstraße.

Dass die Fehlersuche so lange gedauert hat, liegt daran, dass der Defekt ausschließlich unter ganz bestimmten Umständen aufgetreten war: Nur wenn ein Zug auf der Brücke und gleichzeitig die Fähre darunter den Kanal überquerten, vibrierte der Schaltkasten der Fährensteuerung so stark, dass bei einem elektronischen Teil der Wackelkontakt auftrat. War der Zug wieder von der Brücke oder stand die Fähre still, war keine Störung mehr festzustellen. „Wir haben Stunden um Stunden mit der Suche nach dem Fehler verbracht“, sagt Visser. Mal habe man diesen in der Elektronik, mal in der Software vermutet. Gestern entdeckte man schließlich das schadhafte Teil beim Durchleuchten der gesamten Steuerungseinheit.

Visser ist zuversichtlich, dass damit in nächster Zukunft keine Ausfälle mehr auftreten werden. Dagegen spricht allerdings, dass die letzten beiden Stilllegungen nichts mit besagtem Wackelkontakt zu tun haben: Am Stillstand von Mittwochnachmittag bis gestern Mittag war ein Kabelbruch in der Stromversorgung der Fähre schuld. Und von heute, 10 Uhr, bis morgen, 12 Uhr, soll ein Laufrad neu justiert werden. Dieses ist nicht mittig auf seiner Schiene platziert und erhöht so den Verschleiß. „Uns ist es ein kleines Rätsel, warum das Rad falsch sitzt“, kommentiert Visser.

Auch auf der Haupt-Ausweichroute, dem Fußgängertunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal, den vor allem zahlreiche Schüler nutzen, hatte das WSA zuletzt mit Problemen zu kämpfen. Bis vergangenen Freitag war der Fahrstuhl im Kanaltunnel mehrere Tage außer Betrieb. Davor war im Oktober die dortige Rolltreppe ausgefallen.

Schon bei normalem Betrieb wird es regelmäßig eng im Tunnel. Noch höher ist das „Verkehrsaufkommen“ der überwiegend Radfahrenden bei einem Ausfall der Schwebefähre. Zu den Schülern aus Westerrönfeld und Rendsburg-Süd gesellen sich am frühen Morgen auch noch jene aus Osterrönfeld: Schnell bildet sich eine Schlange vor der Rolltreppe am südlichen Tunneleingang.

„Es nervt schon, dass es hier so voll ist“, sagt entsprechend ein Schüler des Herdergymnasiums. Allerdings sei sein Schulweg durch den Ausfall der Schwebefähre nur etwa fünf Minuten länger. „Das ist noch zu ertragen.“ Gut sei, dass der Aufzug wieder funktioniere und sich die Radfahrer dadurch etwas verteilten. Der 17-Jährige berichtet weiter, dass einige Mitschüler aus Osterrönfeld wegen der häufigen Fährausfälle inzwischen mit dem Bus zur Schule führen.

 

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