zur Navigation springen

Pannenserie bei Rendsburg : Schwebefähre: Newsletter soll über Wartungsarbeiten informieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung will einen Newsletter ins Leben rufen, um schneller über Ausfälle zu informieren.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 17:52 Uhr

Rendsburg | Die Zahl der Tage, die die Schwebefähre seit ihrer Inbetriebnahme vor rund 102 Jahren hinter sich hat, lässt sich im Internet genau berechnen: 37.288 sind es heute. Nicht erfasst wird die Zeitspanne, in der das Wahrzeichen wegen technischer Pannen ausfiel. Seit dem vergangenen Sommer bekäme eine solche Statistik kräftigen Zuwachs. Am Montag um 5.20 Uhr musste die Schwebefähre erneut ihren Betrieb einstellen. Um 15 Uhr war der Fehler zwar behoben, doch die beispiellose Pannenserie seit September setzt sich damit fort.

Die Rendsburger Schwebefähre ist neben der Rader Hochbrücke, den Kanalfähren und dem Kanaltunnel eine wichtige Verbindung über den Nord-Ostsee-Kanal. In letzter Zeit steht die Fähre aber immer wieder wegen technischer Probleme still. Anwohner und Pendler müssen Umwege in Kauf nehmen.

Nicht nur alle Schüler südlich des Kanals, die übermorgen wieder zur Schule im Norden müssen, fragen sich jetzt: Wann kommt die nächste Panne? Und wie erfahre ich rechtzeitig davon, dass ich mir einen alternativen Weg über den Nord-Ostsee-Kanal suchen muss?

Am frühen Montagmorgen spielte die Technik kurz nach der ersten Fahrt verrückt. Wie im November war es eine elektronische Steuereinheit, die plötzlich nicht richtig funktionierte. Durch sie wird die potenzielle Gefahr menschlicher Fehler an Bord minimiert. Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau auf Anfrage des sh:z mitteilte, hilft das etwa 20 Jahre alte und programmierbare Bauteil, die Abläufe an Bord der 86 Tonnen schweren Fähre genau zu regeln. So sorgt es zum Beispiel dafür, dass die Fähre erst dann ablegen kann, wenn die Schranken an Land geschlossen sind.

Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau versicherte gestern Mittag, man arbeite mit Hochdruck daran, das Problem in den Griff zu bekommen. „Wo liegt dieser blöde Fehler? Mit Fachfirmen sind wir weiter auf der Suche“, sagte er, bevor wenige Stunden später die Aufhebung der Sperrung verkündet wurde. Nach mehreren reibungslosen Probefahrten verkehre die Schwebefähre nun wieder nach Fahrplan, meldete Visser.

Die Nachricht, dass sie wieder im 15-Minuten-Takt von Ufer zu Ufer pendelt, verschickte das Kanalamt per Fax – so wie schon vor Jahrzehnten. Die unter anderem vom Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast geäußerte Kritik an der veralteten Nachrichtenübermittlung hat man sich in der Behörde offenbar zu Herzen genommen. Man arbeite an einer Art Newsletter, mit dem man schneller als bisher über Störungen informieren wolle, so Visser. Auch der Kreis der Empfänger soll deutlich erweitert werden. „Die Nutzer der Fähre müssen Bescheid wissen – darauf kommt es an.“ Die Idee sei, diesen Newsletter, wenn gewünscht, auch an Privatpersonen zu mailen. Wann der Service eingeführt wird, konnte der Behördensprecher nicht sagen. Der für das Projekt zuständige Mitarbeiter befindet sich noch im Weihnachtsurlaub.

Wer über ein Tablet oder Smartphone verfügt, hat schon jetzt die Möglichkeit, sich aktuell über das Geschehen an der Schwebefähre zu informieren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau bietet auf ihrer Homepage (www.wsa-kiel.wsv.de > „Aktuelles“) einen Link zu einer Webcam, die auf den mittleren Teil der Hochbrücke samt Schwebefähre gerichtet ist (www.canalcup-cam.de). Auch nach Einbruch der Dunkelheit lässt sich dort verfolgen, wo sich die Fähre befindet – und ob sich ihre Position verändert. Oder auch nicht.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen