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Landeszeitung

18. Dezember 2017 | 00:48 Uhr

Schwarzbuch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 19.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Man kann blättern, so viel man will: Im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes kommen Rendsburg und Umgebung nicht vor. Keine Fahrradwege, die ins Leere führen, keine Kredite in Schweizer Franken, ohne das Wechselkursrisiko abzusichern und nicht einmal Schilder in der falschen Farbe, die ersetzt werden müssen. Schön, noch einmal davongekommen zu sein.

Aber der Grat ist schmal. Die Wahrscheinlichkeit, im nächsten Jahr mindestens zweimal aufzutauchen, ist groß. Die Rader Brücke und der Kanaltunnel nerven nämlich nicht nur, sie verschlingen auch viel Geld. Für die verschlampte Ausschreibung der Brückensanierung und die explodierenden Kosten im Tunnel müssen nämlich die Steuerzahler aufkommen.

Und wenn sich im Rendsburger Obereiderhafen nicht endlich etwas tun sollte, wäre auch das irgendwann einmal eine Erwähnung wert.

Wenn es in der Vergangenheit um den Kanaltunnel ging, wurde immer über das Ende der Sanierung spekuliert. Ende 2013, 2014, 2015 oder noch später? Das ist nicht mehr die Frage. Inzwischen sehnt man in der Region das Ende der Brückensanierung herbei. Wenn das tatsächlich Ende November/Anfang Dezember klappt, verschwinden die ganzen Lkw wieder auf die Autobahn und es herrschen wieder paradiesische Verhältnisse. Genau die Verhältnisse, die vor der Brückensperrung noch so bitterlich beklagt wurden.

Der Ölunfall im Tunnel und der damit verbundene Verkehrskollaps am Dienstag haben Nerven gekostet. Der Stau hat Wutausbrüche, Resignation und Hilfsbereitschaft zu Tage gefördert. Die Nachwirkungen waren sogar noch am Mittwoch spürbar. Gefühlte 99 Prozent der Menschen kamen einen Tag nach dem Verkehrs-Desaster viel zu früh zu ihren Terminen. Ein verständliches Phänomen – wer konnte nach den Erlebnisses des Vortages schon damit rechnen, dass plötzlich alles so problemlos funktioniert auf unseren Straßen?

Im Rathaus wird gerechnet: Noch vor Beginn der Haushaltsberatungen studieren Kämmerer Herwig Schröder und Bürgermeister Pierre Gilgenast ganz genau die Zensus-Unterlagen. Sieben Prozent Minus in der Einwohnerzahl hatte die Stichproben-Berechnung für die Stadt gebracht. Und die bedeuten unter dem Strich jährlich 260 000 Euro weniger in der Kasse.

Nun stecken der Finanzfachmann und der Jurist die Köpfe zusammen und überlegen, ob eine Klage sinnvoll sein könnte. Die Stadt hat sich schon über weniger Geld vor Gericht gestritten.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Heute wird der Tunnel wieder geschlossen. Ab 21 Uhr für acht Stunden. Und wenn es im Radio weiter keine dänischen Verkehrswarnungen gibt, werden wir in Rendsburg-Süd wieder einige der nördlichen Nachbarn begrüßen können.

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