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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Schulumbau wird deutlich teurer

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Sanierungskosten für die Heinrich-de-Haan-Schule liegen um 220 000 Euro höher als geplant. Zudem investiert der Kreis einen hohen Betrag in die Energieeffizienz.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 15:17 Uhr

Der Umbau der Heinrich-de-Haan-Schule wird teurer als ursprünglich geplant. Die Kosten liegen mehr als 220 000 Euro über der veranschlagten Summe. Zudem steckt der Kreis eine Menge mehr Geld in die energetische Sanierung des Gebäudes am Röhlingsweg 50.

Im August 2011 hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde die ehemalige Förderschule der Stadt Rendsburg abgekauft, um daraus eine Nebenstelle des Beruflichen Bildungszentrums zu machen. Dort ist seitdem die Fachschule für Sozialpädagogik untergebracht.

Vor dem Kauf hatte der vom Kreis beauftragte Gutachter einigen Sanierungsbedarf an der 1976 gebauten Schule festgestellt. Der wurde in den Kaufpreisverhandlungen berücksichtigt: Der Kreis zahlte 1,25 Millionen Euro an die Stadt. Der ermittelte Wert des Hauses betrug jedoch 1,75 Millionen Euro. Die Differenz von einer halben Million wurde für die Sanierungskosten angesetzt und deshalb von der Stadt vom Kaufpreis abgelassen. Nach etwa zweieinhalb Jahren steht nun fest: Die Kosten betragen rund 722 000 Euro.

„Wir haben die Schule zu einem günstigen Preis gekauft. Es war klar, dass wir noch etwas in das Gebäude hineinstecken müssen“, sagt Hans-Joachim Paulsen, Fachdienstleiter Gebäudemanagement beim Kreis. Dass es nicht bei den 500 000 Euro geblieben ist, sei zum Teil auch mit der langen Bauzeit von fünf Jahren zu erklären. „Es ist bei solchen Vorhaben von vorn herein klar, dass das keine Punktlandung wird.“ Der Umbau des Nordflügels ist bereits 2012 fertig geworden, der Südflügel folgte im vergangenen Jahr. In den nächsten Monaten werden noch eine Brandmelde- und eine Alarmanlage in das 2400 Quadratmeter große Haus unterhalb der Eisenbahnhochbrücke eingebaut. Zudem beginnen noch Betonarbeiten und die Sanierung der Sporthalle, die bis 2016 andauert.

Der Fachdienstleiter räumt jedoch ein, dass vor dem Kauf durchaus eingehender hätte hingeschaut werden können. Die Prüfung sei zwar in die Tiefe gegangen. Doch wenn beispielsweise beim Austausch alter Teppiche klar werde, dass der Estrich darunter erneuert werden müsse, erhöhten sich eben die Sanierungskosten. Wenn die Stadt Rendsburg vom Kreis mit allen Mängeln konfrontiert worden wäre, „dann hätte sie vielleicht 100000 Euro mehr vom Gebäudewert abgelassen“, sagt Hans-Joachim Paulsen. Auf der anderen Seite betont er, dass der Kreis durch den Umbau eine neuwertige Schule erhalte. „Wenn wir das jetzt so machen, haben wir zehn Jahre Ruhe von Reparaturen. Es ist wie ein Neubau“, so Paulsen. Wenn sich die Politik dazu entschieden hätte, ein Haus auf die grüne Wiese zu stellen, hätte das seiner Berechnung zufolge mit 5,9 Millionen Euro viel mehr gekostet.

Um das neuwertige Gebäude zu erhalten, investiert der Kreis jedoch nur 3,5 Millionen. Darin enthalten sind neben dem Kaufpreis und den um 220 000 Euro teureren Umbau vor allem die Kosten für die energetische Sanierung. „Da machen wir viel mehr, als beim Kauf 2011 vorgesehen war“, sagt Hans-Joachim Paulsen. Der Kreis gibt rund 1,56 Millionen Euro aus. Dafür wird unter anderem eine Biogas-Heizungsanlage eingebaut sowie für Wärmerückgewinnung und eine neue Gebäudedämmung an Fenstern, Wänden und Dach gesorgt. Der Austausch der Fenster kostet allein 350 000 Euro. Hintergrund für das hohe finanzielle Engagement des Kreises in die Energieeffizienz ist dem Fachdienstleiter zufolge das EU-Programm „Health Check“ für Gebäude. Daraus kann der Kreis 600 000 Euro bekommen. Mit der Zusage über die Förderung rechnet die Kreisverwaltung noch in dieser Woche. Die Arbeiten an der Heinrich-de-Haan-Schule sollen im Jahr 2016 abgeschlossen sein.

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