Prüfung : Schule Altstadt bekommt Top-Noten

Gute Noten: Schulleiterin Kirsten Koppelmann freut sich über den positiven Bericht, den Dr. Matthias Habetha ihr überreichte.
Gute Noten: Schulleiterin Kirsten Koppelmann freut sich über den positiven Bericht, den Dr. Matthias Habetha ihr überreichte.

Experten nehmen die Gemeinschaftsschule unter die Lupe und verteilen viel Lob. Der Bildungserfolg des einzelnen Schülers steht im Fokus.

shz.de von
31. Januar 2018, 11:03 Uhr

Alle Lehrkräfte der Schule Altstadt versammelten sich im Lehrerzimmer, um die Ergebnisse der Bewertung zu erfahren. Es ging nicht um das Abschneiden ihrer Schüler bei einer wichtigen Arbeit, sondern um ihre eigene Leistung. Experten vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) hatten die Arbeit des Kollegiums einer Prüfung unterzogen. Die Präsentation der Ergebnisse dürfte den Lehrern gefallen haben: Sie erhielten ein äußerst positives Feedback. Zugleich bekamen sie Tipps mit auf den Weg, wie die Unterrichtsqualität weiter gesteigert werden kann.

Initiator der Evaluierung war Christian Kühme. Der IQSH-Mitarbeiter ist der Schulentwicklungsberater der Bildungseinrichtung. Die Gemeinschaftsschule beauftragte Kühme 2013. Die externe Unterstützung wurde wegen rückläufiger Schülerzahlen und einer nicht zufriedenstellenden öffentlichen Wahrnehmung der Schule in Anspruch genommen. Kühme regte verschiedene Änderungen an, unter anderem das Erstellen von Jahresarbeitsplänen, die etwa den Unterrichtsstoff festlegen. Die Zusammenarbeit mit Kühme zahlte sich bereits aus: In den vergangenen beiden Jahren verzeichnete die Schule eine positive Entwicklung bezüglich der Anmeldezahlen angehender Fünftklässler. Trotzdem ist die Gemeinschaftsschule in dieser Hinsicht noch immer Schlusslicht im Stadtgebiet.

Deshalb schlug Kühme vor, am freiwilligen Evaluierungsprogramm des Landes, „Schulfeedback“, teilzunehmen. Auf diese Weise könnten Probleme identifiziert werden. Zugleich könne einem so aber auch von offizieller Seite bescheinigt werden, gute Arbeit zu leisten. Das Kollegium beschloss einstimmig, sich dieser Prüfung zu unterziehen. Experten vom IQSH setzten sich in der Folge in die Klassenräume, interviewten die Schüler und führten eine Online-Befragung durch, an der sich fast alle Schüler sowie 70 Prozent der Eltern beteiligten.

Das Ergebnis der Analyse fällt äußerst positiv aus. Die Eltern fühlen sich gut über Vorgänge in der Schule informiert, der Bildungserfolg des einzelnen Schülers steht im Vordergrund und die Lehrerschaft zeichnet sich durch eine hohe Belastbarkeit aus, so Evaluations-Leiter Dr. Matthias Habetha. Auch mit dem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund werde gut umgegangen. Neben dem Lob gab es Impulse von den Experten. Sie empfehlen, vermehrt auf offene Aufgabenformate zu setzen, um den Kindern „Softskills“ wie gegenseitiges Helfen zu vermitteln, und die Schüler stärker bei der Lösung von Konflikten einzubinden. Die Schule kann bis zu 10 000 Euro vom Land erhalten, um die Vorschläge umzusetzen.

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