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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Schulden im Kreis erreichen erstmals 200 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vier Prozent Zunahme bei öffentlichen Haushalten in Rendsburg-Eckernförde. Mittelfeld im Landesvergleich.

Die Schulden der öffentlichen Haushalte im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben die 200-Millionen-Euro-Marke im vergangenen Jahr geknackt. Damit sind sie um noch einmal vier Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord hervor. Ganz genau standen die Gemeinden, die Ämter und die Kreisverwaltung zum Ende des Jahres 2014 zusammen mit 201,6 Millionen Euro in der Kreide. 2013 waren es noch gut 194 Millionen Euro. Sowohl mit der Gesamthöhe als auch mit der Zunahme liegt Rendsburg-Eckernförde damit im Mittelfeld aller elf Kreise. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl steht der Kreis jedoch gut da – mit dem zweitgeringsten Schuldenstand im Land.

752 Euro müsste demnach jeder der 268  110 Einwohner zahlen, um alle öffentlichen Haushalte schuldenfrei zu bekommen. Das ist nur graue Theorie, mit dem Schuldenstand pro Einwohner messen sich die Kreise lediglich untereinander. In dieser Hinsicht muss sich Rendsburg-Eckernförde nur dem Kreis Stormarn geschlagen geben. Dort liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei nur 397 Euro. Insgesamt hat dieser Kreis 93,5 Millionen Euro Schulden. Den größten Rückstand hat Pinneberg mit mehr als einer halben Milliarde Euro (1688 Euro pro Kopf).

In Rendsburg-Eckernförde ist der vierprozentige Zuwachs zumindest nicht auf die Kreisverwaltung zurückzuführen. Die hat ihre Verbindlichkeiten gegenüber 2013 noch einmal um neun Prozent gesenkt. Sie liegen bei 18,3 Millionen Euro. Das bedeutet Rang drei hinter den Verwaltungen des Kreises Steinburg (17 Millionen Euro) und – erneut – Stormarn (4,8 Millionen Euro). Pro Kopf liegt die Rendsburger Behörde mit 68 Euro aber auf Platz zwei. Spitzenreiter ist wieder Stormarn mit 20 Euro. Für alle anderen geht es ab knapp 100 Euro zum Teil weit aufwärts, etwa in Dithmarschen mit 601 Euro (Gesamtschulden: 79,7 Millionen).

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer hatte vor einem Jahr bereits damit gerechnet, dass die Verwaltungsschulden von rund 20 Millionen auf knapp über 18 Millionen Euro sinken.

„Wir bemühen uns, weiter zu konsolidieren“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Manfred Christiansen, dazu auf Nachfrage der Landeszeitung. „Doch wir hatten selten so viele Unsicherheiten wie in diesem Jahr“, fügte er hinzu. Vor allem hänge es von Landeszuschüssen etwa für die Finanzierung von Kindertagesstätten und beim Kreisstraßenausbau ab, wie viel eigene Mittel der Kreis aufbringen müsse. Zudem drohe noch ein Defizit der Imland-Klinik. Christiansen erwartet, dass „sich der Nebel im September lichtet“. Dann lege die Verwaltung der Politik erste Hochrechnungen vor.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Kai Dolgner sieht noch Risiken im Haushalt, rechnet aber durch höher prognostizierte Steuereinnahmen damit, dass es zumindest keine weitere Verschuldung gibt. Vielleicht ließe sich in diesem Jahr sogar noch etwas abbauen. „Weitere Konsolidierungen sind eben schwierig, weil wir schon eine Menge konsolidiert haben. Irgendwann gibt es Probleme, weitere Einsparmöglichkeiten zu finden“, sagte er.

Auch die 14 Amtsverwaltungen im Kreis haben ihre Defizite weiter abgebaut – insgesamt um zwölf Prozent auf 4,4 Millionen Euro. Im Einzelnen hat kein Amt neue Schulden gemacht. Vier sind schuldenfrei: Achterwehr, Flintbek, Molfsee und Eiderkanal. Schwarze Schafe gibt es aber auch: Das Amt Jevenstedt steht allein mit mehr als einer Million Euro in der Kreide. Hohner Harde mit einer knappen Million und Hüttener Berge mit gut 900  000 Euro. Der Zuwachs im Gesamtschuldenstand ist also allein den Gemeinden zuzuschreiben. Sie haben im vergangenen Jahr zugelegt (siehe Artikel rechts).

 

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erstellt am 01.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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