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Landeszeitung

22. August 2017 | 15:29 Uhr

Volleyball : Schuften für den EM-Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Rendsburger Philipp Gabrys erlebte die Europameisterschaft der Frauen hautnah – als Linienrichter. Vor der Nominierung musste er vier Kilo abnehmen.

Tausende Menschen in den Hallen und Millionen Zuschauer vor dem Fernseher waren von der Volleyball-Europameisterschaft der Frauen begeistert. Die deutschen Mädels mussten sich erst im Finale gegen die starken Russinnen geschlagen geben. Der Rendsburger Philipp Gabrys war bei diesem Spektakel hautnah dabei.

In den Vorrundenspielen der Gruppe D in Schwerin kam der Schiedsrichterwart des Schleswig-Holsteinischen Volleyball-Verbandes (SHVV) an der Linie zum Einsatz. „Das war eine wirklich schöne Erfahrung. Die gute Stimmung in der Halle und der internationale Flair sind schon etwas Besonderes“, erklärt Gabrys, der regelmäßig in der Bundesliga an der Linie steht. Bevor es aber soweit war, musste der Rendsburger Rechtsanwalt eine harte Vorbereitung auf sich nehmen. „Im Vorfeld der EM wurde entschieden, dass die Schiedsrichter einen Body-Mass-Index (BMI) von weniger als 30 haben müssen. Also musste ich noch einmal schnell drei bis vier Kilo abnehmen.“ Der BMI dient zur Berechnung des Körpergewichtes im Verhältnis zur Körpergröße. „Ein Wert von unter 30 ist nicht so schwer zu erreichen, aber ich musste trotzdem etwas tun“, erläutert Gabrys, der Partien der Teams aus Serbien, Bulgarien, Polen und Tschechien pfiff. Wirklich nervös war er dabei nicht. „Ich hatte die gleiche Anspannung wie in der Bundesliga. Nur durch die Nationalhymnen war es etwas anders.“

Auch die Kommunikation mit den Hauptschiedsrichtern, die aus Italien, Aserbaidschan und den Niederlanden kamen, stellte ihn vor keine großen Probleme. „Wir haben natürlich fast nur Englisch gesprochen. Das hat gut geklappt.“ Zum Abschluss des dreitägigen Einsatzes veranstalteten die Schiedsrichter eine Bootsfahrt auf dem Schweriner See. „Schon vorher war die ganze Atmosphäre der Großveranstaltung sehr angenehmen. Die Bootstour war natürlich eine gute Sache, um auch mal in Ruhe zu sprechen.“

Er erhofft sich, dass die Europameisterschaft einen Schub für den Sport auslösen wird und wieder mehr Zuschauer den Weg in die Hallen finden. Dass dadurch mehr Menschen selbst aktiv werden, bezweifelt der SHVV-Wart indes. „Die meisten wollen lieben zusehen. Dabei bieten wir gerade in Rendsburg viele Freizeitgruppen für diesen Generationsübergreifenden Sport an“, erklärt Gabrys für den die Olympischen Spiele im nächsten Jah in Rio de Janeiro kein Ziel sind. „Das wird nichts. Als internationaler Schiedsrichter ist man sehr viel unterwegs und das kann ich mit meinem Beruf nicht vereinbaren. Mir reicht es aber auch im eigenen Land an der Linie zu stehen.“

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erstellt am 25.Sep.2013 | 18:07 Uhr

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