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Kinderfreundlich : Schüler möbeln Spielecken auf

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lange Wartezeiten, gestresste Eltern, gelangweilte Kinder: Behördenbesuche sind anstrengend. Berufsschüler wollen im Rendsburger Rathaus mit einer neuen Spielecke für Abwechslung sorgen.

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erstellt am 18.Feb.2015 | 18:36 Uhr

Wenn man Kinder hat, dann kann der notwendige Gang zu einer Behörde durchaus in Stress ausarten. Die größeren Kinder langweilen sich, der Zweijährige muss dringend mal gewickelt werden und das Kleinste schreit lautstark nach Muttermilch. Öffentliche Plätze und die Bedürfnisse von kleinen Kindern passen nicht unbedingt zusammen. Im Rendsburger Rathaus allerdings soll sich das ändern. Eine sechsköpfige Gruppe von angehenden Erziehern will die Spielecke im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes aufmöbeln.

„Mit geringen Mitteln kann man für alle Beteiligten mehr Lebensqualität schaffen“, meint Selim Fatmassi. Der Jugendliche besucht, ebenso wie seine Mitstreiter, das Berufsbildungszentrum (BBZ) Rendsburg-Eckernförde, Standort Heinrich-de-Haan-Schule. „Wenn es in Behörden gute Spielecken für die Kleinen gibt, sind die Kinder beschäftigt und die Eltern gelassener.“ Auch für die Mitarbeiter zahle sich ein kinderfreundliches Umfeld aus, wenn zufriedenes Glucksen statt Kindergebrüll durch die Flure hallt.

„Während Eltern sich in Ruhe beraten lassen, können Kinder in einer schön gestalteten Spielecke, in der keine Langeweile oder schlechte Laune aufkommt, Spaß haben“, beschreibt Annalena Hinrichs das Ziel. Leider seien viele öffentliche Spielecken in Behörden und Praxen der Stadt langweilig und trostlos gestaltet. Manchmal gebe es nur Spielklötze oder abgenutzte Bilderbücher. Formschönes Material aus Holz und kreative Spielsachen seien oft Mangelware.

„Auch unsere Ecke im Rendsburger Rathaus für die Kleinen mit Schaukelpferd, Stofftier und Büchern ist in die Jahre gekommen“, gesteht Brigitte Fugmann, Leiterin des Fachdienstes Familie. Die Expertin habe sich daher über den Vorschlag der Schüler gefreut, neue Spielsachen zusammenzustellen und die vorhandenen Materialien aufzuarbeiten. Die Zusammenarbeit zwischen den künftigen Erziehern und dem Rathaus ist offiziell in einem Kooperationsvertrag besiegelt worden. „Das Projekt schafft eine familienfreundliche Atmosphäre“, lobt Bürgermeister Pierre Gilgenast die Initiative der Schüler, die im Rahmen des Unterrichts den Titel trägt: „Lernen durch Engagement.“

Doch nicht nur die Kinder der Besucher in der Rendsburger Verwaltung sollen künftig Freude an frischen Spielsachen haben. „Wir wollen unseren ehrenamtlichen Dienst auch weiteren Behörden, Arztpraxen, Firmen und Büchereien anbieten“, sagt Isa Eim. Die Projekte sollen durch Spenden finanziert werden. „Es wäre doch schade, wenn ausgedientes Spielzeug weggeworfen wird“, meint die Berufsschülerin. Die Gruppe der Jugendliche nehme gern Sachspenden entgegen. Mit Plakaten und Flyer wollen die jungen Leute für ihr Projekt werben. Denn die Experten wissen genau: „Kinder wollen keine Langeweile und kein langes Warten. Kinder wollen Spaß.“

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