Schüler-Aktion mit 443 "roten Händen"

'Rote Hand' Nr. 443: Zur Freude der Schüler des Wahlpflichtkurses 'Arbeit für den Frieden' steuerte auch Sönke Rix seine 'rote Hand' zur Protestaktion gegen Kindersoldaten bei. Foto: kühl
"Rote Hand" Nr. 443: Zur Freude der Schüler des Wahlpflichtkurses "Arbeit für den Frieden" steuerte auch Sönke Rix seine "rote Hand" zur Protestaktion gegen Kindersoldaten bei. Foto: kühl

Jugendliche aus Todenbüttel und Hademarschen protestieren gegen den Einsatz von Kindersoldaten / Auftrag für den SPD-Abgeordneten Rix

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01. April 2011, 08:37 Uhr

HANERAU-HADEMARSCHEN | 442 "rote Hände" als Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten in aller Welt wollten die Mädchen und Jungen vom Wahlpflichtkurs (WPK) "Arbeit für den Frieden" an Sönke Rix überreichen. Als der SPD-Bundestagsabgeordnete die Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule gestern Mittag nach einem halbstündigen Besuch verließ, hatte er 443 "rote Hände" im Gepäck, denn Rix hatte auch seinen eigenen Handabdruck zu der Schüleraktion beigesteuert und ihn mit seiner Unterschrift und der Forderung "keine Kindersoldaten!" versehen.

Als Sönke Rix gestern um 11.20 Uhr in einem Klassenraum der Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule die Mädchen und Jungen des WPK "Arbeit für den Frieden" besuchte, bekam er zunächst eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Kindersoldaten vorgeführt. Dem Kurzfilm war zu entnehmen, dass es weltweit in Krisengebieten (in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Teilen Südamerikas) etwa 300 000 Kindersoldaten gibt; dass sie ihrer Kindheit beraubt werden, keine Schulausbildung bekommen und traumatisiert werden; dass der internationale "Red Hand Day" 2002 ins Leben gerufen wurde, um auf das an den Kindern begangene Unrecht aufmerksam zu machen. 2009 wurden deutschlandweit 130 000 "rote Hände" gesammelt und an den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler weitergegeben wurden, die dann anschließend zusammen mit weiteren "roten Händen" aus aller Welt dem UNO-Generalsekretär überreicht wurden.

Die gleiche Präsentation hatten die WPK-Schüler den Sekundarstufen-Jahrgängen der Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule in Hanerau-Hademarschen (am 2. März) und in Todenbüttel (am 16. März) vorgeführt und dabei insgesamt 442 rote Schüler-Handabdrücke auf Papier festgehalten.

"Ihr habt ja keine rote Farbe hier, sonst würde ich meinen Handabdruck natürlich auch beisteuern", sagte Rix am nach der Präsentation. "Das ist alles vorbereitet", erwiderte WPK-Leiterin Silke Wasmund und begleitete den Bundestagsabgeordneten nach draußen auf den Flur, wo er seine rechte Hand einfärben konnte. Rix signierte seine "rote Hand" und versah sie mit der Forderung "keine Kindersoldaten!"

"Wer von Euch hatte die Idee, gerade dies Projekt in Angriff zu nehmen?", wollte der SPD-Abgeordnete wissen. Er habe Ende November ein Referat zum Thema "Red Hand Day" gehalten, meldete sich Thorben Jung zu Wort, und seine Präsentation habe dann den Anstoß für die gemeinsame Projektarbeit gegeben. "Ich stell mir die Ordner mit euren roten Händen nun nicht in mein Büro, sondern ich geb sie weiter an die Kinder-Kommission des Bundestages", erklärte Rix, "die beschäftigen sich mit den speziellen Belangen der Kinder nicht nur in Deutschland, sondern auch international, und denen werde ich Eure roten Hände überreichen."

"Vor allem junge Kinder spricht dieses Thema sehr stark an", sagte Silke Wasmund. Es habe sich drei Wochen nach der Aktion gezeigt, dass die Schüler die meisten Daten zum Thema Kindersoldaten nach wie vor parat hätten.

Alle Mädchen und Jungen hatten dann noch Gelegenheit, Fragen an den Bundestagsabgeordneten zu stellen, und konnten von Rix unter anderem erfahren, warum er sich ausgerechnet für die SPD entschieden habe was das Schöne am Politikerberuf ist ("Man lernt so viele nette Leute kennen, und man bewegt auch was") und dass es ihn besonders nervt, wenn man alle seine Berufskollegen über einen Kamm schert ("Nicht alle Politiker sind wie zu Guttenberg und fälschen ihre Doktorarbeit").

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