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Landeszeitung

24. September 2017 | 03:14 Uhr

Schritt für Schritt zur guten Laune

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Redakteurin Katrin Schaupp durfte bei Aukruger Line-Dance-Gruppe mittrainieren / Männliche Verstärkung wäre gern gesehen

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 14:11 Uhr

Eines steht fest: Wer nach einer Stunde mit der Aukruger Line-Dance-Gruppe keine gute Laune hat, der hat etwas falsch gemacht. Die Musik ist fröhlich und die Bewegung dazu macht Spaß – wenn man Schritt halten kann sowieso, und wenn man aus der Reihe tanzt trotzdem.

Meine ersten Erfahrungen mit dem Gruppentanz, der ursprünglich aus den USA kommt, habe ich vor 18 Jahren gemacht. Damals zusammen mit einer Freundin aus Kanada, die für ein Jahr mit mir zur Schule ging und mir einige Tänze gezeigt hat. Und weil es mir seinerzeit so viel Spaß gebracht hat, wollte ich es schon lange nochmal in einer Gruppe ausprobieren. Bei den Aukruger Line Dancern sind Anfänger ebenso mit von der Partie wie einige „alte Hasen“, wie sie sich selbst nennen. Also genau die richtige Truppe für mich. Und Jutta Thode ist deren Trainerin.

Seit 2004 tanzt sie Line Dance. „Das Schöne daran ist, dass in der Gruppe auch nur Frauen mitmachen können. Line Dance ist also im Gegensatz zu anderen Tänzen ohne Männer möglich, die in der Regel ja nicht so gern tanzen wie Frauen“, erklärt sie, ergänzt aber schnell: „Wir würden uns schon wünschen, dass auch Männer Lust haben mitzumachen.“ Angesichts des aktuellen Männermangels darf ich mich aber in einen bunt gemischten Frauenhaufen einreihen – und lerne zum Auftakt einen Tanz namens „101“.

Zunächst ohne Musik lernen die anderen Anfänger und ich die einzelnen Schrittfolgen. Jede besteht wiederum aus acht „Counts“, was man mit Bewegung oder Schritt übersetzen kann. Laut sagt Jutta Thode an, was zu tun ist: Heel, Toe, Brush, Jazz Box oder Coaster Step schallt es da durch den Versammlungsraum der Gemeinde Aukrug. Weil ich direkt hinter der 56-Jährigen stehe, kann ich sehen, welche Bewegung sich hinter den Begriffen verbirgt. Und eigentlich klappt es ganz gut. Dazu muss man sagen: Der „101“ hat auch nur 32 Counts – und ist damit ein absoluter Anfänger-Tanz. Kommt dann noch Musik dazu, wird es trotzdem schon ein bisschen kniffliger. Und so bin ich nicht die einzige, die hin und wieder buchstäblich aus der Reihe tanzt. Hier und da eine verwirrte Miene, dazwischen Gekicher – aber wir fangen uns alle wieder. Schließlich sind genug Könner um einen herum, bei denen man abgucken kann. Und selbst das Vertanzen macht Spaß. Einen großen Anteil daran hat die Musik.

Getanzt wird – anders als erwartet – nicht nur zu Country-Stücken. „Daran hört man sich so schnell satt, wenn man länger dazu trainiert“, erklärt Jutta Thode. Dementsprechend wählt sie unter anderem auch klassische oder irische Stücke aus. Oder eben moderne Popmusik. Die Choreografien sind quasi auf der ganzen Welt gleich – passt die Musik zu den Bewegungen, kann man nur gute Laune bekommen. Und das kann man sehen, fällt mir auf, als ich bei einem komplizierteren Stück zugucke. Da wird mitgesungen, geschnippst, mit der Hüfte gewackelt – so sieht Lebensfreude aus.

Möglichst einheitlich soll es aber aussehen, wenn die Line-Dance-Gruppe öffentlich auftritt. Und für ein solches Ereignis trainieren die Damen gerade: Am 17. Juli treten sie im Rahmen der 888-Jahr-Feier des Ortes auf. 30 Minuten Programm sollen sie füllen. „Da kommt man gut ins Schwitzen“, sagt Jutta Thode. Doch genau die Bewegung ist es, die ihr so viel Spaß macht. Heike Domnick ergänzt: „Das Tanzen an sich ist einfach toll, weil es Körper und Geist gleichermaßen fordert.“ Recht hat sie. Und so lerne ich auch den nächsten Tanz noch mit.

Als ich dann endgültig den Fortgeschrittenen das Parkett überlasse, fühle ich mich sehr beschwingt – und weiß wieder, warum mir das Line Dancen 1998 so viel Spaß gemacht hat. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal. Und das ist ganz bestimmt nicht erst in 18 Jahren.

> Die Aukruger Line Dancer treffen sich dienstags ab 18 Uhr im Versammlungsraum der Gemeinde, Bargfelder Straße 10. Die Teilnahme ist kostenlos.

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