Schönheitskur für Holsteiner Straße

Teil der Fußgängerzone in der nördlichen Altstadt wird 2016 erneuert / Interessengemeinschaft fordert Freigabe für Autoverkehr in eine Richtung

shz.de von
30. Januar 2015, 15:12 Uhr

Die Stadt will eine halbe Million Euro in die Erneuerung der Holsteiner Straße investieren. Die ursprünglich erst für 2017 vorgesehenen Bauarbeiten werden um ein Jahr vorgezogen. Einen entsprechenden Beschluss fasste in dieser Woche der Bauausschuss. Die Verwaltung wurde aufgefordert, mit den Planungen zu beginnen. Hierfür stehen 50  000 Euro zur Verfügung. Für die anschließende Modernisierung des etwa 200 Meter langen Teils der Fußgängerzone, dessen letzte Schönheitskur mehr als 30 Jahre zurückliegt, sind zusätzlich 450  000 Euro in der Treuhandkasse vorhanden.

Der Impuls, die Arbeiten vorzuziehen, kam aus dem Ausschuss, nicht aus der Verwaltung. Hintergrund sind Strafzinsen, die gezahlt werden müssen, wenn auf Eis liegendes Treuhandvermögen für Sanierungsgebiete nicht abgerufen wird. Zwei Drittel stammen von Bund und Land, ein Drittel hat die Stadt beigesteuert. „Reinhauen, das Geld ist da“, sagte Ausschussmitglied Gunnar Knabe (CDU). Die Stadt will jetzt alle betroffenen Hauseigentümer schriftlich darauf hinweisen, dass das Sanierungsgebiet „Nördliche Altstadt“ nach Ende der Straßenerneuerung ad acta gelegt werden wird. Danach können keine Fördermittel des Landes oder Bundes mehr beantragt werden.

Die Geschäftsleute reagierten gestern positiv auf die Nachricht aus dem Alten Rathaus, mahnten jedoch mit Nachdruck zügige Arbeiten an, sollten diese 2016 tatsächlich beginnen. „Jeder Monat Baustelle bedeutet für uns drastische Einnahmeverluste“, sagte Gunda Bertels, Inhaberin von „Handarbeiten Kraatz“. An den Planungen müssten die betroffenen Bürger und Geschäftsleute beteiligt werden. Jan Rathjens vom gleichnamigen Blumengeschäft auf der anderen Straßenseite wünschte sich mehr Bäume und Sitzgelegenheiten. „Toll, dass die Holsteiner Straße attraktiver wird“, freute er sich.

Einen Schritt weiter ging Thomas Krüger vom Spezialitäten-Geschäft „Châteaus & Chocolats, Whisky“. Als Sprecher der Interessengemeinschaft Holsteiner Straße, der alle Kaufleute und Hausbesitzer in dem Bereich zwischen Schiffbrückenplatz und An der Schleuse angehören, forderte Krüger die Freigabe der Holsteiner Straße in eine Richtung für Autos. „Eine verkehrsberuhigte Einbahnstraße von Nord nach Süd nur für Anlieger und mit Parkbuchten“ müsse das Ziel der Planungen sein, so der über die Stadt hinaus bekannte Whisky-Experte. Um eine Einheit mit dem Schiffbrückenplatz und der übrigen Fußgängerzone zu erreichen, schlug Krüger als Straßenbelag den gelben Klinker vor, der bereits vor der Schiffbrückengalerie verlegt wurde. Zurzeit setzt sich der Untergrund aus grauen und rötlichen Pflastersteinen zusammen. Ein leichtes Gefälle zur Seite hin lässt das Regenwasser abfließen. „Man hat dadurch leider das Gefühl, auf einer schiefen Ebene zu gehen. Das sollte sich ebenfalls ändern“, empfahl Krüger.

Überrascht zeigten sich einige der Geschäftsleute, dass sie durch die Anfrage der Landeszeitung von der anstehenden Erneuerung erfuhren. Ein Vertreter der Verwaltung habe sich noch nicht bei ihnen gemeldet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen