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Fledermäuse : Schöner wohnen im Naturpark Aukrug

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

72 schicke Appartements für Fledermäuse in den Wäldern der Schrobach-Stiftung in Fitzbek verteilt.

72 künstliche Quartiere aus Holzbeton sorgen ab sofort dafür, dass Fledermäuse im südlichen Teil des Naturparks Aukrug ein optimales Wohnungsangebot vorfinden. „Der Umbau zu naturnahen Laubwäldern hat hier erst vor ein paar Jahren begonnen, und deshalb gibt es hier noch wenig natürliche Höhlen“, sagt Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug über die Wälder der „Kurt und Erika Schrobach-Stiftung“ in Fitzbek, wo die Fledermauskästen angebracht wurden. Mit den künstlichen Höhlen wolle man „die Zeit überbrücken“, bis sich im entstehenden Naturwald genügend natürliche Wohnangebote für die nachtaktiven Flattertiere gebildet haben, erklärt Carstens: „Wir hoffen, dass diese Kästen von der hiesigen Fledermaus-Population gut angenommen werden.“ Wie groß diese Population in den Wäldern ist, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es hier auf dieser tollen Fläche auch seltene Arten gibt, die man nur deshalb nicht gefunden hat, weil noch niemand gezielt nach ihnen gesucht hat“, meint Matthias Göttsche von der faunistisch-ökologischen Arbeitsgemeinschaft der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Die Wälder am Kirchweddelbach, die zahlreichen Gewässer und das von Auerochsen des Vereins für „Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug“ (ERNA) beweidete Grünland bieten Fledermäusen gute Lebensbedingungen, sagt Göttsche: „Vor allem auch das ökologisch wertvolle Übergangsgebiet zwischen Wald und Wiese entwickelt sich hier super.“ Der Landesbeauftragte für Fledermäuse, der auch das eigene Fledermaus-Schutzprojekt der Schrobach-Stiftung als Fachberater begleitet, würde sich über eine Unterart besonders freuen: „Von der Bechsteinfledermaus vermuten wir, dass sie hier vorkommen müsste.“ Im nahe gelegenen Tönsheider Wald ist Schleswig-Holsteins größte Kolonie von Bartfledermäusen zu Hause. Auch die anderen im Naturpark Aukrug beheimateten Arten könnten in den Wäldern der Schrobach-Stifung zu Hause sein: der große Abendsegler sowie Wasser-, Fransen-, Mücken-, Zwerg- und Rauhaut-Fledermäuse. „Dies Gebiet ist interessant für viele Arten“, stellt Göttsche fest. Weil man nicht genau weiß, wer in die künstlichen Quartiere einziehen wird, wurden aus Ersatzmitteln des Kreises Steinburg unterschiedliche Holzbetonkästen angeschafft: spezielle Fledermauskästen, aber auch fledermaustaugliche Vogelkästen, Großraumhöhlen und Spaltenkästen. Allen Modellen gemeinsam ist, dass sie von Flattertieren bevorzugte natürliche Wohnungen nachahmen, beispielsweise Spechthöhlen oder Rindenschollenrisse an absterbenden Bäumen. Die Holzbeton-Appartements werden ohne jegliches Inventar angeboten. „Die Fledermäuse brauchen nichts, nur einen Hangplatz“, erläutert Göttsche. Die schleswig-holsteinischen Fledermäuse sind gerade aus ihrer Winterquartierhöhle in Segeberg ausgeflogen. „Dass die Jungenaufzucht schon in diesem Jahr in den neuen Kästen stattfindet, wäre außergewöhnlich“, sagt Göttsche. Wahrscheinlicher ist, dass die Fledermäuse erstmal ihre angestammten Quartiere in den Wäldern am Kirchweddelbach beziehen. „Aber man kann davon ausgehen, dass sie spätestens nach der Jungenaufzucht Ende Juli Erkundungsflüge machen und schon mal in die neuen Kästen reingucken.“


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