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Hanerau-Hademarschen : Schöne Erinnerungen aufgefrischt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Frühere Schülerinnen der Landfrauenschule pflegen Freundschaften aus der Schulzeit bis zum heutigen Tag.

„Die Gehölzreihe da habe ich noch mitgepflanzt. Und weißt du noch die Schafe da drüben in dem kleinen Stallgebäude?“, Ellen Vollbehr aus Kiel steht an einem der Fenster im Raum für textiles Gestalten der Landfrauenschule in Hanerau-Hademarschen und schaut nach draußen. Sie gehörte zum Oberklasse-Jahrgang 68/69 und kann sich noch gut an ihre Zeit an der Schule und im Internat erinnern. Ebenso wie Elsbeth Igel aus Bargstedt und Ernestine Hamkens von der Halbinsel Eiderstedt. Die drei sind heute noch befreundet, treffen sich privat, obwohl sie alle weit auseinander wohnen, und kommen immer wieder gerne nach Hanerau-Hademarschen zum Ehemaligentag der Landfrauenschule. Über 120 Ehemalige aus verschiedenen Jahrgängen waren am Sonnabend zu dem traditionellen Treffen angereist. Mit einem großen „Hallo“ wurde sich auf den Gängen begrüßt und beim gemeinsamen Mittagessen sowie später beim Kaffeetrinken in Erinnerungen geschwelgt.

Gegen Mittag ist der Speisesaal voll besetzt, der Geräuschpegel beachtlich. Bis in den späten Nachmittag herrscht reger Trubel in den Schulräumen, im Garten, im Hofladen und im Internat: „Das Zusammenleben war am spannendsten, hier sind Freundschaften entstanden, die bis heute Bestand haben“, erzählt Ernestine Hamkens, die als Österreicherin die erste „Ausländerin“ an der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft in Hanerau-Hademarschen gewesen sei, wie sie sagt.

„Es war wirklich eine schöne Zeit“, kann sich auch Inge Haß aus Friedrichsholm erinnern. Sie habe das Internatsleben sehr genossen. Nie vergessen werde sie die Schneekatastrophe, die sie während ihres Internatsaufenthaltes erlebte. „Wir konnten an den Wochenenden nicht nach Hause und haben es uns mit Decken und Kissen im Fernsehraum gemütlich gemacht, weil der als einziger gut geheizt war“, so Haß, die zum Oberklasse-Jahrgang 78/79 gehörte. Auch habe ihr die Vielseitigkeit an dem Beruf gefallen, „damals war der Anteil an ländlicher Hauswirtschaft und der Praxisanteil zum Beispiel im Garten noch größer. Dennoch bleibt die Hauswirtschaft ein interessanter, wichtiger Beruf, der eine stärkere Beachtung finden sollte“, meint sie.

Der selben Meinung ist auch Dr. Monika Boye. Sie ist Schulleiterin des Berufsbildungszentrums am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg, zu dem die Fachschule für ländliche Hauswirtschaft gehört. „Mein Wunsch wären mehr Schülerinnen in den nächsten Jahren. Denn der demographische Wandel macht auch vor der Landfrauenschule nicht Halt“, erklärte sie in ihrer Begrüßungsansprache. Mit der Mischung aus Tradition und Moderne, Schule und Internatsleben sei die Landfrauenschule und einzigartig in Schleswig-Holstein. Der Beruf der Hauswirtschaft sei sehr vielseitig und werde zunehmend gebraucht, gehöre aber bei Mädchen nicht unbedingt zu den coolsten Berufen. „Doch wie Sie bei Ihrem Rundgang sehen konnten, hat sich vieles verändert, die Schule ist mit Internetzugang, WLAN in den Internatszimmern, Hofladen, mit neuen Fächern und Lehrinhalten modern geworden“, so Boye und forderte die Ehemaligen auf, für ihre Schule die Werbetrommel zu rühren.

 

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