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Krummwisch : Schneller als geplant: Der Hafen ist fertig

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am Flemhuder See entstand eine neue Anlage, die in den nächsten zwei Jahren auch von Anglern und Spaziergängern genutzt werden kann.

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erstellt am 11.Jun.2016 | 17:00 Uhr

Auf den ersten Blick gibt es nicht viel zu sehen: Eine gewaltige geteerte leere Fläche, davor eine große Sandfläche, daneben eine Lagerfläche – vom Bauzaun begrenzt. Wer das Gelände vor einem Jahr gekannt hat, der weiß jedoch, was sich am Flemhuder See getan hat. „Der Hafen ist fertig“, sagt Niels Böge stolz. An diesem Tag ist noch eine Firma vor Ort, um ein paar Fugen abzudichten, dann kann sich der Ingenieur vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) einer neuen Baustelle zuwenden: Der Straße zwischen Großkönigsförde und Schinkel.

Bevor überhaupt mit dem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals begonnen werden kann, sind eine Vielzahl von Planungen und Vorbereitungen nötig. Der Hafen und das Materiallager am Flemhuder See sind eine davon. Im Dezember 2014 wurde mit den Arbeiten angefangen, jetzt sind sie beendet – ein Jahr früher als geplant.

Rund 60 Hektar umfasst das Gelände am Flemhuder See, genutzt wird aber nur ein Teil davon. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein Marineöllager. Das bedeutete: der Kampfmittelräumdienst kam zum Einsatz. „Die Briten wollten hier 1946 alles sprengen“, erzählt Böge. „Dabei haben sie nicht darauf geachtet, ob noch Öl in den Betankungspipelines ist.“ Dieses Schweröl sank zu Boden. Dieser wurde in einem sogenannten Bereitstellungspolder zwischengelagert: Die schlammige Masse kann so auf einem mit Folie abgedichteten (und eingezäunten) Gelände langsam austrocknen und lässt sich dann leicht abtransportieren.

„Die Wasserbauer haben das Zeitfenster optimal benutzt“, lobt der Ingenieur. Außerdem habe es ein gutes Bodenmanagement gegeben. Das heißt, es fanden laufend Untersuchungen statt. „Wir haben geschaut, ob wir das Material weiter verwenden können.“ Das war vielfach der Fall und ersparte Transportverkehr – und auch Zeit. Einst führte eine Eisenbahnstrecke zu dem Öllager. Die alten Schienen wurden entsorgt. Das Baumaterial vom Kanal kann später auf zwei neuen Wegen an- und abtransportiert werden: per Schwerlaster über eine Straße oder auf dem Wasserweg zum neuen Hafen. Für eine Hälfte der Straße wurde auf einem Flies Baustoff ausgebracht, der abgetragen und erneut verwendet werden kann.

Unübersehbar sind die gelben Festmacher zu Beginn des Flemhuder Sees. Sie sind neu und für die Sportbootfahrer gedacht. Diese können hier ankern. „Doch wenn später die Schuten fahren, wollen wir sichergehen, dass die Boote nicht in die Fahrrinne treiben“, erklärt Niels Böge. Daher die Festmacher. Auch von Anglern wird das Revier genutzt. Wanderer und Reiter haben wieder freie Bahn. Denn – trotz der neuen Anlage – ist das Gelände eine naturnahe Idylle. Etliche Flächen wurden zudem wieder an Landwirte verpachtet. Bis hier Baustellen-Verkehr herrscht, werden voraussichtlich noch zwei Jahre vergehen.

Momentan laufen die Ausschreibungen für die Straße zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Bauabschnitt 4 und 5, siehe Grafik). „Hier schaffen wir eine Baustelleninfrastruktur bevor die Hauptmaßnahmen beginnen“, erklärt der WSA-Ingenieur. Die Straße werde keinerlei Berührungspunkte mit dem Dorf Großkönigsförde haben. „Das wird die Lebensader der Kanalbaustelle“, sagt Böge. Im September sollen die Arbeiten beginnen.

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