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Rendsburg : Schmutzige Geschäfte in der Schleife

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Anwohner sind verärgert über Hundekot auf Schulweg und Spielplatz. Ordnungsamt: Tierbesitzer sind selbst für Entsorgung zuständig.

von
erstellt am 02.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Wenn Burghard Becker durch die Schleife spaziert, hat er sich angewöhnt, aufmerksam zu schauen, wohin er tritt. Auf dem Fußweg hinter dem „Hotel Tüxen“ und dem Gelände der Schule Nobiskrug sowie auf der Reinickendorfer Straße fallen ihm immer wieder die Hinterlassenschaften von Hunden auf – nicht nur neben, sondern häufig auch mitten auf dem Weg.

Der 59-jährige Becker ist Anwohner der Schleife und hat bemerkt, dass es dort seit dem Frühjahr deutlich häufiger vorkommt, dass Tierhalter den Kot ihrer Hunde nicht entfernen. „Die Leidtragenden sind besonders Kinder, die hier auf den Spielplatz oder zur Schule gehen. Und alte Menschen mit Rollator“, sagt Becker. „Das ist verantwortungslos. Hier sind alle aufgerufen, aufeinander aufzupassen. Aber wenn ich sehe, dass sowas vor Kinderspielplätzen nicht Halt macht, bin ich entsetzt.“

Gegen Hunde hat Becker nichts. Er besaß jahrelang selber einen. Das Problem liege am anderen Ende der Leine, meint er. Die Hundehalter sieht er in der Pflicht, Becker kritisiert aber auch die Stadt Rendsburg. Mehrfach habe er im Rathaus darauf hingewiesen, dass der Spender für Hundekotbeutel am Spielplatz zwischen Lancasterstraße und Reinickendorfer Straße ständig leer sei. Und auch der Mülleimer in der Ecke des Spielplatzes sei viel zu versteckt. Der Wegesrand ist unübersehbar mit Plastik verschmutzt. „Das ist ein Unding. Hier gehen nicht nur Senioren und Schulkinder vorbei, sondern auch Gäste des Hotels. Das ist kein Renommee für eine Stadt, die sich um Touristen bemüht.“

Beschwerden wie diese fallen im Rathaus in den Zuständigkeitsbereich von Matthias Galow, Fachdienstleiter Ordnung und Verkehr. „Das ist ein schwieriges Thema“, räumt er ein. Grundsätzlich gebe es in Rendsburg keinen Ermittlungsdienst, der auf Rundgängen explizit auf Hundekot achten würde. Die Beschwerden darüber hielten sich aber auch in Grenzen, so Galow. Im vergangenen Jahr seien gerade einmal fünf Meldungen eingegangen, die Grenze von zehn werde pro Jahr selten überschritten.

Der Hundehalter sei nach dem Abfallgesetz selbst für die Entsorgung zuständig, betont Galow. Falls er das nicht tut, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bestraft werden kann. Theoretisch können Zeugen beim Fachdienst Ordnung und Verkehr eine Anzeige machen, wenn sie einen Hundehalter dabei beobachten, die Hinterlassenschaften nicht zu entsorgen, so Galow. „Dann verfolgen wir das weiter.“ Bei Fragen zu den Spendern für Hundekotbeutel verweist er an den für das Nachfüllen zuständigen Umwelt- und Technikhof (UTH).

Für UTH-Betriebsleiter Niels Faust ist das Hundekot-Problem ein „Dauerbrenner“. Wenn es nach der Nachfrage ginge, könne man die Spender jeden Tag neu befüllen, sagte er. „Die sind ratzfatz leer.“ Aufgefüllt werden die rund 40 Spender im Stadtgebiet während der wöchentlichen Touren, in denen auch die Mülleimer entleert werden. Direkte Beschwerden erreichen ihn jedoch nur selten. Wenn, dann sei dies aber sehr hilfreich, besonders wenn ein solcher Spender komplett abgerissen oder demoliert wurde. Was den Hundekot auf den Wegen angeht, unterstreicht auch Faust die Verantwortung der Hundehalter: „Die Hundekotbeutel sind nur ein ergänzendes Angebot. Eigentlich sollte jeder selbst eine Tüte mitbringen.“

 

 

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